Pläne für Seniorenheim auf altem Molkereigelände in Gensungen

Große Fläche an zentraler Stelle: So sieht das Gelände zwischen Müllergasse und Bahnhofstraße in Gensungen nach dem Abbruch der alten Molkerei aus. Ursprünglich sollte hier der neue Edeka-Markt entstehen. Diese Pläne haben sich aber zerschlagen. Für den Markt gibt es ein neues Konzept im Gensunger Ortskern.

Felsberg/Gensungen. Auf dem knapp 3700 Quadratmeter großen ehemaligen Molkereigelände in Gensungen könnte eine Seniorenresidenz mit betreutem Wohnen entstehen.

Konzept und Pläne stellte Diplom-Ingenieur Matthias Heller mit seinem Kollegen Michael Leepin im Bau- und Umweltausschuss der Felsberger Stadtverordnetenversammlung vor. Das Gelände in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Felsberg-Gensungen ist im Eigentum der Stadt Felsberg, die es verkaufen möchte.

Heller und Leepin haben an der Universität Kassel studiert und sind zwei der drei Geschäftsführer der Thüringer Firma Pib-Invest. Das Unternehmen hat laut Heller bereits viele Pflege-Immobilien und Kliniken entwickelt.

Der Bedarf

„Wir interessieren uns sehr für diese Region”, sagte Heller. Hier gebe es einen klaren Bedarf an Pflege. Bereits im Januar habe man den ersten Kontakt mit der Stadt Felsberg aufgenommen. Mit Felsberg und Umgebung lege man 47 000 Einwohner zugrunde. 2017 gebe es in diesem Gebiet einen Bedarf von 680 Pflegeplätzen, 2020 seien es 690 und 2030 dann 753. Aus heutiger Sicht fehlten in dieser Region in zwei Jahren bereits 250 Pflegeplätze und 320 bis 2030.

Das Konzept

Das Mühlhäuser Unternehmen hat für das Molkereigelände ein rechteckiges, dreigeschossiges Gebäude mit großem Lichthof und betreutem Wohnen an der Bahnhofstraße konzipiert. 56 Plätze seien vorgesehen. Würde das von dem Unternehmen Pib-Invest vorgestellte Konzept für eine Seniorenresidenz mit betreutem Wohnen verwirklicht, entstehen laut Geschäftsführer Matthias Heller 26 bis 28 Vollzeit-Arbeitsplätze von der Heimleitung bis zur Köchin. Die Investitionssumme bezifferte Heller auf acht bis neun Millionen Euro. Wenn die Stadt erkläre, dass das Konzept auf dem Gelände verwirklicht werden solle, würde man das Grundstück gern schnellstmöglich kaufen. Mit der Inbetriebnahme rechnet Heller dann nach 16 bis 18 Monaten. Für das Vorhaben muss ein Bebauungsplan aufgestellt werden, hieß es in der Ausschuss-Sitzung. „Wir sprechen die in Felsberg vorhandenen Betreiber an”, sagte Heller. Und: „Wir haben Betreiber, die wollen hierher.”

Stimmen zum Projekt

„Wir sind uns einig, dass wir so etwas brauchen”, sagte der Erste Stadtrat Jürgen Rath, der in der Sitzung den verhinderten Bürgermeister vertrat.

Kann man alte Menschen direkt an die Bahn setzen, wollte die SPD-Stadtverordnete und Gensunger Ortsvorsteherin Heidi Folwerk wissen. Alte Menschen, antwortete Ingenieur Heller, wollen nicht ins Grüne, nicht in die Oase, nicht in den Park, sie wollen teilhaben am Leben. Die Bahn sei keineswegs störend, die Menschen seien der Auffassung, „da passiert ja was”.

Nach den Worten Hellers soll ein modernes Gebäude mit Cafeteria entstehen. Es gebe keine Einfriedung. Der Neubau sei eine Aufwertung des vorhandenen Gebäude-Ensembles. „Ein rundes Konzept”, lobte Heidi Folwerk.

„Ein rundes Konzept.“ 

Das Gelände sei ideal für die geplante Nutzung, sagte der Felsberger Ortsvorsteher und Stadtverordnete Klaus Döll (CDU). Die Nähe zur Bahn könne sogar ein Vorteil sein. „Sie treffen auf eine Marktlücke”, sagte Stadtrat Hans Poth (SPD) zu Matthias Heller. Er sprach von einer Aufwertung des gesamten Wohngebietes und der Geschäftswelt in Gensungen sowie einer Verbesserung der Infrastruktur, wenn diese Pläne verwirklicht würden. Er sei froh darüber, dass die Vorstellung des Projektes im Bau- und Umweltausschuss auf positive Resonanz gestoßen sei. Das sagte Bürgermeister Volker Steinmetz auf Anfrage. Die Stadt habe das Molkereigrundstück im Internet angeboten und bekannte Investoren angeschrieben. Es habe sechs Bewerber gegeben, aber nur zwei hätten sich gemeldet und nur die Firma Pib habe in der angegebenen Frist Unterlagen geliefert. Was der zweite Bewerber wolle, sei noch offen. Die vorgestellte Konzeption müsse nun noch verfeinert werden, formulierte Steinmetz. Das Vorhaben sei keine Konkurrenz zur Seniorenresidenz Haus Sankt Valentin in Felsberg, die seit 1994 besteht. Sie hat 114 Plätze in 40 Doppel- und 34 Einzelzimmern. Die Stadt wolle nun im Fall Gensungen „nicht weiter warten”, dennoch aber Kontakt mit dem zweiten Bewerber aufnehmen. Das Grundstück wolle man so schnell wie möglich verkaufen. Er könne aber derzeit noch keine Termine nennen.

Quelle: HNA

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