Schwalm ohne Autobahn: Neues Kunstwerk bei Dittershausen

Plan ist festgefahren

Elfte Installation entlang der Trasse: Am Montagabend enthüllten die Mitglieder der Initiative Schwalm ohne Autobahn und die Künstler ihr Werk. Foto: Rose

Dittershausen. „Festgefahren“ heißt ein neues Kunstwerk des Kunstweges 49a zwischen Dittershausen und Elnrode. Am Montagabend stellten Mitglieder der Bürgerinitiative „Schwalm ohne Autobahn“ und umweltbewusster Künstler das Werk auf. Die installierten Kunstwerke stehen in Bezug zu Bäumen im Verlauf der geplanten Autobahntrasse der A 49 und symbolisieren die Bedeutung des Landschaftsraumes für den Menschen.

Landwirt Heinrich Heinmüller stellte für die Installation seinen Boden zur Verfügung, gleichzeitig übernahm er die Patenschaft für eine neu gepflanzte Linde. Die Idee zum Kunstwerk – einem einbetonierten Fahrrad – kam von Ernst-Ulrich von Teubern, Siegfried Horender, Klaus Hottmann und Jörg Haafke.

„Festgefahren“ ist das insgesamt elfte Kunstwerk, das entlang der künftigen Trasse aufgestellt wurde. Dabei ist der Titel der Installation wörtlich zu nehmen: „Das Verkehrskonzept, das jetzt umgesetzt werden soll, ist völlig veraltet. Das Rad hat sich symbolisch in der Trasse festgefahren“, erläuterte von Teubern. Den finalen „ökologischen Fauxpas“ habe sich zuletzt Dieter Posch geleistet. „Und hier in der Region für einen furchtbaren Flurschaden gesorgt.“ Von Teubern verglich die Ökobilanz von Fahrrädern mit der von Autos. „Wenn alle Kosten in die Gesamtökobilanz einfließen, dann bin ich mit dem Fahrrad viel schneller am Ziel als mit dem Auto.“

Dichtestes Netz der Welt

Der Bau der Autobahn zerstöre den wahren Wert einer Region. „Für den Bau eines Autobahnkreuzes ist die Fläche einer Kleinstadt nötig“, sagte von Teubern. Deutschland verfüge schon jetzt über das dichteste Autobahnnetz der Welt. „Man könnte es 15 Mal um die Erde herum wickeln, das Schienennetz nur ein Mal.“ Auch die Autoindustrie und die Subventionierung – Beispiel Abwrackprämie – stufte der Künstler als kritisch ein. „Allein in Nordrhein-Westfalen sind so viele Autos zugelassen wie in ganz Afrika.“ Nach wie vor zählten Autos zu den stärksten Luftverschmutzern. Ein Fünftel der Ölressourcen würden in Kraftfahrzeugen „verblasen“, verdeutlichte der Autobahngegner.

Durch die schwarz-grüne Regierung habe man gehofft, dass auch alternative Gedanken geprüft würden. Die Grünen hätten jedoch signalisiert, dass das, was geplant und genehmigt sei, auch gebaut würde. „Wir hoffen weiter auf eine Alternative zur Autobahn“, sagte Klaus Hottmann.

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Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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