Naumburgerin engagiert sich für Hilfsprojekt

Plastikdeckel sammeln und Polio bekämpfen

Begeisterte Sammler: Pamela Cellarius und ihr Sohn Luis mit der Ausbeute der ersten zwei Wochen. Pfandflaschen, betont sie, werden auch ohne Deckel angenommen. Foto:  Norbert Müller

Naumburg. 500 Plastikverschlüsse von Wasserflaschen, Getränkekartons oder Milchtüten braucht es, um eine Impfdosis gegen Kinderlähmung zu finanzieren. Einfacher kann man nicht helfen, sagt Pamela Cellarius und engagiert sich für den Verein Deckel drauf.

Zwei Kisten, randvoll mit bunten Plastikdeckeln. „Sie werden dazu beitragen, dass weniger Menschen an Kinderlähmung erkranken“, sagt Pamela Cellarius. Die Naumburgerin sammelt seit zwei Wochen mit Eifer die Verschlüsse von Getränkeflaschen, Saftkartons und Milchtüten. 500 Deckel braucht es, um eine Impfdosis gegen Polio zu finanzieren.

Ihr Mann wurde in Uelzen auf die Aktion aufmerksam, die vom Rotary-Club Herzogtum Lauenburg-Mölln ins Leben gerufen wurde und sich zur Erfolgsgeschichte mausert. Die Flaschendeckel, allesamt aus hochwertigem Kunststoff herstellt, werden an Recycling-Unternehmen verkauft, aus dem Erlös werden die lebenswichtigen Schluckimpfung in Ländern wie Nigeria und Afghanistan finanziert.

„Das Einfache an der Sache ist faszinierend. Jeder kann mitmachen.“

Im Internet informierte sich die 33-Jährige über das Projekt und entschloss dann sehr schnell, mitzumachen. „Das Einfache an der Sache ist faszinierend. Jeder kann mitmachen.“ Und: „Mit einer Kleinigkeit kann man viel bewirken.“ Inzwischen hat sie den Naumburger Edeka-Markt Kröninger mit ins Boot geholt, auch den Getränkemarkt Schäfer und den Campingplatz.

Sammelstation in Naumburg

Dort wurden Sammelbehälter aufgestellt, wo jeder von seinem Leergut die Schraubverschlüsse abdrehen und einwerfen kann. Auch der Kindergarten ihres Sohnes Luis in Altenstädt beteiligt sich. „Ziel ist, dass noch mehr mitmachen. Ich hoffe auf noch mehr Unterstützer.“

Pamela Cellarius holt die Deckel ab, lagert sie in ihrem Haus Am Roten Rain 8, zwischen. Wer mag, kann seine Sammlung auch direkt hierher bringen. Wenn fünf Kubikmeter zusammengekommen sind, schickt der federführende Verein „Deckel drauf e.V.“ einen Transporter, der das Material zu einem Recycling-Unternehmen karrt.

Impfdosis kostet 30 Cent

Eine Tonne des hochwertigen Hart-Polyethylens, aus dem die Deckel bestehen, bringt rund 300 Euro. Eine Impfdosis kostet knapp 30 Cent. Man braucht also ein Kilo Deckel, um einen Menschen vor Polio zu schützen. Das entspricht etwa 500 Drehverschlüssen. Und die, sagt Pamela Cellarius, kommen schnell zusammen. Das zeige ja ihre Ausbeute in den beiden Kisten.

Jetzt hofft sie, dass die Aktion auch im Wolfhager Land so richtig durchstarte. Dass ihr Lagerraum im Keller dann schnell nicht mehr ausreichen wird, nehme sie gerne in Kauf. Irgendwo werde sie schon einen größere Fläche auftreiben.

Vielleicht helfe ja ein Landwirt mit einer Möglichkeit zum Unterstellen aus und leiste so seinen Beitrag im Kampf gegen Polio, eine unheilbare Krankheit, die vor allem Kinder zwischen drei und acht Jahren befällt.

www.deckel-gegen-polio.de

Quelle: HNA

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