Aufbau der Zeltstadt läuft auf Hochtouren – 150 Helfer

Knüll-Kaserne: Platz schaffen für 500 Flüchtlinge

Schwarzenborn. Die Nerven der Helfer vor Ort sind sichtlich angespannt. Im Eildurchlauf errichten sie innerhalb von 24 Stunden eine Zeltstadt für 500 Flüchtlinge.

Bäume auf der Wiese werden umgelegt und weggeschafft, Stromleitungen verlegt, Sanitäranlagen angeschlossen und Zelte aufgebaut. Zwischendurch klingeln immer wieder Handys, Planänderungen müssen besprochen, Entscheidungen des Regierungspräsidiums (RP) Kassel umgesetzt werden. Schon Samstagmorgen sollen die ersten Flüchtlinge in Bussen an der Knüll-Kaserne ankommen. Bis dahin muss alles aufgebaut und vorbereitet sein.

Damit dies gelingt, arbeiten Kreisbrandinspektor Torsten Hertel und sein Team unter Hochdruck rund um die Uhr. Rund 150 Helfer von THW, Rotem Kreuz und Katastrophenschutz sind im Einsatz. Bereits Freitagmorgen lieferten Helfer des THW unzählige Holzhackschnitzel, Paletten und Spanplatten an, die den Zelten als Untergrund dienen.

Unübersichtliche Lage

Wieviele Flüchtlinge letztendlich Samstag ankommen werden, ist nicht bekannt. Diese Unsicherheit macht die Arbeit für die Helfer vor Ort nicht einfacher. „Die letzte Entscheidung ist eben vor einer halben Stunde getroffen worden, in zwei Stunden kann allerdings alles wieder ganz anders aussehen“, sagte Schwarzenborns Bürgermeister Jürgen Kaufmann, der sich vor Ort ein Bild vom Aufbau machte. Zwischenzeitlich greift er wieder zum Handy: Beim Großlieferanten müssen für 500 Flüchtlinge Hygieneartikel wie Zahnbürsten, Zahnpasta, Shampoo und Toilettenpapier geordert werden. Auch für die Verpflegung muss gesorgt sein: Beim örtlichen Bäcker werden Brötchen bestellt, damit sich die Flüchtlinge nach ihrer Ankunft in Schwarzenborn stärken können.

Insgesamt 63 Zelte mit unterschiedlichen Größen von 33 bis 45 Quadratmetern sollen am Ende auf der 10.000 Quadratmeter großen Wiese im Bereich des Truppenübungsplatzes stehen. 50 mobile Toiletten werden aufgestellt und Duschmöglichkeiten geschaffen, die von etwa 100 Menschen pro Stunde genutzt werden können.

Das Regierungspräsidium ist zuversichtlich, dass die Vorbereitungen und der Aufbau der Zeltstadt trotz des immensen Zeitdrucks ohne größere Probleme von statten gehen. Dies sei besonders den fleißigen Ehrenamtlichen vor Ort zuzurechnen, die mit größtem Engagement bei der Sache seien, sagte RP-Sprecher Michael Conrad.

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Quelle: HNA

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