Poetry-Slam in Fritzlar: Volles Haus bei den Chroniken von Naja

Volle Bude, tolle Stimmung: Slam-Poet Felix Römer mischte sich in Fritzlar unter das Publikum. Er kündigte bereits den dritten Poetry Slam in der Domstadt an. Fotos: Zecher-Christ

Fritzlar. Zum zweiten Mal gab es einen Poetry Slam in Fritzlar. Und zum zweiten Mal war die Veranstaltung ausverkauft.

140 Zuhörer saßen Samstagabend im proppenvollen Saal des Restaurants Nägel und erfreuten sich an den literarischen Texten.

Die zehn Autoren hatten je fünf Minuten, um ihre Texte vorzutragen. Es gab zwei Vorrunden. Bei der ersten Runde machte Anna Anders aus Fulda mit „Ich bin so verwirrt“ den Anfang. Sie wünschte sich Gefühlwirbelstürme für ihr Leben. Julia Szymek aus Marburg beschrieb bei „Ich bin froh, dass du da bist“, ihre widersprüchlichen Gefühle, wenn ihr bester Freund zu einem Date geht.

Max Gebhard aus Berlin verfrachtete den griechischen Götterbarden Orpheus und seine Götterfreunde in die Neuzeit, wo sie Barack Obama und Angela Merkel begegnen. Tino Bomelino aus Mannheim ließ sich über übertriebene Freude aus. Man solle sich nur freuen, wenn’s einem Scheiße geht. Sarah-Lena Birkenbeul aus Wabern philosophierte über „Wahrheit“ in der durchgeknallten virtuellen Welt.

Die zweite Runde begann mit Fabian Navarro aus Wien. Er erzählte bei „La Banalité“ über eine Beziehung, bei der der Mann das Banale liebt und die Freundin eine Perfektionistin ist. Marvin Seligmann aus Kassel tischte dem Publikum Klischees über Homosexuelle auf. Ni Leh, Poetin mit vietnamesischen Wurzeln aus Leipzig, erzählte bei „Angst“ über die rassistische Bewegung Legida, deren Anhänger nicht mal fehlerfrei Facebook-Posts verfassen können. Nachdenklichkeit verbreitete Lisa Neumann aus Gudensberg mit „Egal“, bei dem es um ein Mädchen geht, deren Freund Selbstmord begangen hatte. Amüsant war Henrik Szantos (Wien) Text, bei dem er sich schämt, weil sich sein ungarischer Vater im italienischen Restaurant daneben benimmt und einen Schwarzen als Neger bezeichnet. Das Publikum klatschte Fabian Navarro und Tino Bomelino ins Finale. Navarro siegte mit seinem Text über Unsicherheit „Die Chroniken von Naja“, in dem sich zagende Zausel und hadernde Lumpen tummelten.

Freunde des Poetry Slams können sich freuen. Am 24. September werden Dichter Felix Römer und Organisator Markus Kleinschmidt den 3. Poetry Slam erneut im großen Saal des Restaurants Nägel in Fritzlar veranstalten. Karten gibt es ab Freitag, 1. Juli, bei der Tourist-Info. (nz)

Quelle: HNA

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