Malsfeld: Politiker fordern Kreisverkehr für unfallträchtige Kreuzung

Gefahrenpunkt: Ende Mai waren an der Kreuzung diese beiden Autos mit insgesamt acht Insassen zusammengeprallt. Vier der Passagiere wurden bei dem Unfall schwer verletzt. Foto: Schwarz/Archiv

Malsfeld. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen an der Landstraßenkreuzung zwischen den Malsfelder Ortsteilen Elfershausen, Ostheim und Dagobertshausen. Dieser Gefahrenpunkt muss entschärft werden, finden die Malsfelder Gemeindevertreter und fordern dafür einen Kreisverkehrsplatz.

Warum es trotz des weithin einsehbaren Geländes so häufig an der Kreuzung kracht, dafür haben Fachleute eine ungewöhnliche Erklärung: „Es ist zu übersichtlich“, berichtete Bürgermeister Herbert Vaupel am Donnerstag im Gemeindeparlament, was ein Ortstermin mit Polizei und Straßenbehörden vor kurzem ergeben hatte. Horst-Reiner Ullrich von der GL-Fraktion konnte das nachvollziehen: „Wer aus Richtung Dagobertshausen bergauf fährt, der will an der Kreuzung nicht bremsen.“

Allein 2010 hätten sich dort vier Unfälle mit insgesamt fünf Schwerverletzten ereignet, berichtete CDU-Mann Klaus Rehs, im Hauptberuf Polizist.

Ein Kreisel könnte Abhilfe schaffen. Doch für die Finanzierung wären Schwalm-Eder kreis und Land Hessen zuständig, wo andere Verkehrssicherungsprojekte einstweilen Vorrang haben. Wenn sich die Unfallzahlen an der Malsfelder Kreuzung allerdings weiter nach oben entwickeln, könne sich die Rangfolge zugunsten der Fuldagemeinde ändern, sagte Verwaltungschef Vaupel – „so makaber das klingt“.

Die billigste und kurzfristigste Zwischenlösung wäre es als Fazit der Verkehrsschau, wenn man die Kreisstraße von Dagobertshausen her mit einer Schranke sperren würde. Dagegen hat allerdings laut Parlamentschef Karl-Heinz Reichmann der Elfershäuser Ortsbeirat sein Veto eingelegt. Der Verkehr würde sich durch die Elfershäuser Siedlung schleichend in den Ort verlagern, befürchtet das Dorfgremium.

Als Sofortmaßnahme sollen nun erst einmal zusätzliche Warnschilder vor der gefährlichen Kreuzung aufgestellt und die vorhandenen Schilder übersichtlicher positioniert werden. Das haben die Gemeindevertreter trotz mancher skeptischer Stimmen einhellig beschlossen.

Für die Gemeinschaftsliste Hochland-Fuldatal schlug Clarissa Beisecker vor, zur Disziplinierung von Schnellfahrern vorläufig einen stationären Blitzkasten aufzustellen. Und Reinhold Hocke von der FDP regte an, die Kreuzung in die Gewerbegebiets-Planungen einzubeziehen, um so eventuell schneller zu einem Kreisverkehrsplatz zu kommen. (asz)

Quelle: HNA

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