Vermisste und Straftäter werden im sozialen Netzwerk gesucht

Polizei nutzt Facebook bei ihren Ermittlungen

Kreis Kassel. Die Entwicklung des größten sozialen Netzwerkes der Welt im Internet, Facebook, hat eine neue Dimension erreicht: Inzwischen nutzt die Polizei bei der Öffentlichkeitsfahndung nach vermissten Personen oder Kapitalverbrechern die Stärke der riesigen Gemeinschaft. 20 Millionen Menschen allein in Deutschland nutzen laut Facebook das Netzwerk derzeit, um Neuigkeiten, Nachrichten oder Bilder auszutauschen.

Kürzlich wurde in Frankfurt nach einer Disko-Schlägerei mit tödlichem Ausgang über Facebook ein Aufruf nach Zeugen gestartet – erstmals in der Geschichte der Hessischen Polizei. Der Erfolg, einige Zeugen meldeten sich, wurde allerdings dadurch getrübt, dass die vollständigen Namen von zwei Zeugen für etwa 30 Minuten auf der Facebook-Seite zu sehen waren.

Sinnvolle Methode

Während die Polizei in Frankfurt keine Panne darin sieht, da die Daten nach kurzer Zeit wieder von der Seite entfernt wurden, empfindet Ulrike Müller dies zumindest als „verbesserungswürdig“. Die Pressesprecherin des Hessischen Datenschutzbeauftragten sagt aber auch, dass die Nutzung von Facebook durch die Polizei bei Kapitalverbrechen „eine sinnvolle Methode sein kann“, da man so eine Bevölkerungsgruppe erreiche, die man sonst nicht erreicht.

Sensibler Bereich

Für das Polizeipräsidium Nordhessen ist die Nutzung von Facebook laut Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch derzeit nicht denkbar. Zwar eröffneten sich dadurch ganz neue Möglichkeiten, aber das Internet sei ein sehr sensibler Bereich. Und: „Wir können die Nutzung ohnehin nicht entscheiden“, sagt Jungnitsch. Für den Bereich der Öffentlichkeitsfahndung sei grundsätzlich immer der Beschluss durch die Staatsanwaltschaft erforderlich. zum Tage hintergrund

Von Nicolai Ulbrich Und Vera Glass

Quelle: HNA

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