Anklage gegen Beamten der Polizeistation Wolfhagen erhoben

Polizist wegen Untreue und Betrugs vor Gericht

Wolfhagen/Kassel. Ein 38 Jahre alter Polizist aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg muss sich ab kommenden Donnerstag wegen des Verdachts des Verwahrungsbruchs, Strafvereitelung im Amt und versuchter Strafvereitelung, Untreue, Freiheitsberaubung und Betruges vor dem Amtsgericht Kassel verantworten.

Der Angeklagte war im Tatzeitraum von Juli 2009 bis März 2011 bei der Polizeistation Wolfhagen tätig. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel Dr. Götz Wied sagte, soll der Polizeibeamte in dieser Zeit einen Geldbetrag von 285 Euro, der in einem anderen Verfahren sichergestellt war, entgegen einer dienstlichen Anordnung nicht an die Berechtigten herausgegeben, sondern für eigene Zwecke verwandt haben.

In drei Fällen soll er ihm zur Bearbeitung übertragene Anzeigevorgänge nicht abgeschlossen und an die Staatsanwaltschaft weitergegeben, sondern in seinem Büroschrank abgelegt haben. Dabei soll er durch Eingaben in die polizeiliche Bearbeitungs- und Verwaltungssoftware dafür gesorgt haben, dass die Vorgänge polizeiintern nicht als offene Verfahren auftauchen, sondern als abgeschlossen gelten.

Des Weiteren soll der Angeklagte aus der von ihm geführten Kameradschaftskasse einen Betrag von 350 Euro für eigene Zwecke entnommen haben. Anfang März 2010 soll der Angeklagte einen damals 66 Jahre alten Mann auf seiner Dienststelle in Wolfhagen aus privaten Gründen und ohne dienstliche Rechtfertigung für etwa eine Stunde erkennungsdienstlich behandeln haben lassen.

Schließlich soll der 38-Jährige Anfang Mai 2010 einen Mitarbeiter der Kasseler Bank veranlasst haben, von einem laufenden Kredit seiner Ehefrau einen Betrag in Höhe von 2500 Euro auf sein eigenes Konto zu überweisen. Dabei soll er vorgetäuscht haben, von seiner Frau zur Erteilung dieses Auftrags bevollmächtigt zu sein.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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