80 Ponys hören auf ihr Kommando

Multitalent: Saskia Klepp, hier mit ihrem Pony Kjarkur, betreibt neben ihrem Studium der Ökologischen Agrarwissenschaften den Islandpferdehof in Ehlen. Fotos: Ulbrich

Ehlen. Saskia Klepp aus Ehlen hat einen Traum: Irgendwann möchte die 25-jährige Studentin auf dem Islandpferdehof im Habichtswalder Ortsteil ein Café mit Pension eröffnen.

Doch bereits jetzt kann sich der Werdegang der Ehlenerin sehen lassen, schließlich betreibt die Studentin der Ökologischen Agrarwissenschaften seit Anfang des Jahres den Hof mit 80 Islandpferden und einer Fläche von fünf Hektar.

Begonnen hat die Leidenschaft für Pferde bereits in ihrer Kindheit, dies „liegt in der Familie“, sagt die Kasseler Studentin. Mit sechs Jahren begann sie zu reiten und machte neben der Schule ihre Trainerausbildung. Parallel zur Ausbildung als Zahnarzthelferin arbeitete die 25-Jährige auf Pferdehöfen und absolvierte diverse Praktika, unter anderem auch in Island.

Als die Besitzerin des Ehlener Islandpferdehofes, Maria Siepe-Gunkel, im vergangenen Jahr eine Nachfolgerin suchte, war Saskia Klepp zur Stelle und pachtete das Areal. Neben der Unterstützung von Siepe-Gunkel, die weiterhin mit Rat und Tat zur Seite steht, beschäftigt die Studentin drei Mitarbeiterinnen. Auch Schwester Sina (20) ist im „Familienunternehmen“ integriert, genau wie Mutter Ingrid, die allerdings die ansässige Reitschule selbst betreibt.

Wichtiges Utensil: Saskia Klepp im Raum, in dem die Sattel lagern.

Dass es ihr ausgerechnet Islandpferde angetan haben, liegt am „ausgeglichenen, aber trotzdem leidenschaftlichen“ Charakter der vielseitigen Ponyrasse, die unter anderem auch zu Therapiezwecken genutzt wird. „Wenn man einmal einen Isländer geritten ist, will man nichts anderes mehr“, sagt Klepp. Daher eigneten sich die Isländer auch optimal für die Reitschule. Besonders schön findet sie, dass auf dem Islandpferdehof sämtliche Alters- und Gesellschaftsschichten vertreten seien.

Dafür nimmt die junge Chefin auch gerne in Kauf, dass die Sechs-Tage-Woche täglich um sechs Uhr mit Füttern der Tiere und Säubern der Ställe beginnt. Danach gibt sie Reitunterricht, bevor es es für einige Stunden in die Uni geht, nachmittags ist wieder die Arbeit auf dem Hof angesagt.

An Feierabend ist vor acht Uhr abends nicht zu denken. Besonders stressig sei es in der Ferienzeit gewesen, sagt Klepp, doch dafür sei sie in der glücklichen Lage, aus einem Hobby ihr Leben gemacht zu haben.

Und das läuft genau wie der Pferdehof richtig gut, sagt Klepp. Ihr Lieblingspferd heißt Kjarkur vom Habichtswald und bedeutet der Mutige. Geht die 25-jährige Studentin und Pächterin des Islandpferdehofes in Ehlen weiterhin so mutig ihren Weg, dürfte sich auch der Traum vom eigenen Café nebst Pension irgendwann erfüllen.

Zuerst will Saskia Klepp jedoch ihr Studium abschließen, um weiteres Hintergrundwissen zu sammeln.

Quelle: HNA

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