Anwohner sind sauer

Porschetreffen in Homberg: Kritik an Lärm und Gestank

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Da bekommt die Aufforderung „Gib Gummi!“ noch eine ganz neue Dimension: Beim Porschetreffen in der ehemaligen Ostpreußenkaserne Homberg am vergangenen Wochenende ließen Drifter die Motoren heulen und die Reifen quietschen. Das war in der ganzen Inenstadt und auch in vielen Dörfern zu hören. 

Homberg. Die Motorsportveranstaltung, die am vorigen Wochenende in Homberg stattfand, stieß nicht überall auf ungebremste Begeisterung.

Die Driftwettbewerbe, so die Kritik, hätten nicht nur für Lärm, sondern auch für Gestank gesorgt: Zwei Tage lang habe der Geruch nach verbranntem Gummi über der Stadt gelegen, berichten Anwohner. Auch auf den HNA-Artikel gab es Reaktionen im Internet.

„Im vorigen Jahr war sie eine echte Bereicherung, da wurde sie gut angenommen, es gab auch keine Klagen.“

Schuld daran waren die Drift-Shows, die während des Porsche-Jahrestreffens zu sehen waren, das am Gelände der ehemaligen Ostpreußenkaserne stattfand.

So sieht es aus, wenn man wirklich neue Reifen braucht: Diese hielten nur ein paar Drift-Runden.

Das Reifenquietschen der Drifter, die mit ihren Fahrzeugen mehr quer als gerade durch die Kurven heizen, seien in der ganzen Innenstadt zu hören gewesen, berichtet eine Hombergerin aus dem Elisabethweg. Und das Quietschen war nicht nur zu hören, sondern auch zu riechen: In der Ziegenhainer Straße habe man wegen des Geruchs nach verbranntem Gummi kaum mehr das Fenster öffnen können, erklärte ein Kreisstädter. Die Stadt Homberg hatte die Genehmigung erteilt: „Im vorigen Jahr war sie eine echte Bereicherung, da wurde sie gut angenommen, es gab auch keine Klagen“, sagt Heinz Ziegler von der Bau- und Stadtverwaltung. „Wir sind davon ausgegangen, dass sie auch in diesem Jahr wieder gut ankommt“, sagt Ziegler. Falls es mehr Beschwerden gäbe, könnte man fürs nächste Jahr die Lärmbelästigung auch reglementieren. Beim Ordnungsamt aber seien keine Klagen eingegangen.

Das sagt der Veranstalter

Das Gelände an der ehemaligen Homberger Kaserne sei ideal für den Motor- und den Driftsport, sagt Michael Pilger, Vorsitzender des Porsche-Clubs Schwalm-Eder: Die Strecke, die Kulisse, die Kurven - das alles sei perfekt. „Wir wollten die Homberger wirklich nicht verärgern“, sagte Pilger gestern im Gespräch mit der HNA. Aber natürlich wisse er auch, dass der Driftsport stark polarisiere und spalte: „Die einen finden es super, die anderen furchtbar.“ Dennoch sei das Driften zurzeit eine der populärsten Sportarten überhaupt. Und zugleich sei es eine, für die es wegen der hohen Geräuschkulisse sehr schwer sei, einen geeigneten Ort zu finden, an dem man sie ausüben könne. Der Verein sei auch bereit,im nächsten jahr die Fahrzeiten zu verkürzen und den Lärmpegel zu senken. Denn: „Es wäre einfach fantastisch, wir könnten im nächsten Jahr wiederkommen.“ 

Quelle: HNA

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