Helene Hiege muss Beruf, Familie und diverse Hobbys unter einen Hut bringen

Powerfrau mit viel Puste

Und musikalisch ist sie auch noch: Helene Hiege (rechts) spielt neben all ihren anderen Tätigkeiten auch Horn. Das bewies sie auch im Kloster Haydau und präsentierte zwei Stücke zusammen mit Tina Schulz (links) am Klavier. Foto: Braun

Altmorschen. Wenn man hört, was Helene Hiege alles unter einen Hut bringt, kann man nur staunen. Die 46-Jährige ist Mutter von vier Kindern, hat ein eigenes Ingenieurbüro für Altbau-Instandsetzung in Konnefeld, ist Mitglied im Förderverein Kloster Haydau und in zwei Posaunen-Chören, sitzt im Vorstand des Arbeitskreises Ortsgeschichte in Morschen, hält sonntags in Konnefeld den Kindergottesdienst – und zwischendurch schneidet sie der Familie noch die Haare.

Von diesem Spagat erzählte Hiege jetzt vor einem großen Publikum im Kloster Haydau in Altmorschen. In Arbeitskleidung betrat sie den Engelsaal und vermaß auch gleich die Fenster, ob sie noch passen, da diese von ihrer Firma, einer Schreinerei, eingebaut worden waren.

Als das erledigt war, pellte sie sich aus ihrer Latzhose, öffnete den Werkzeugkoffer, holte ihre To-Do-Liste heraus und stellte fest, dass hier erst wenig abgestrichen war. Da standen noch Kochen, Hausaufgaben mit Sohn Finn, Gartenarbeit, Bankgeschäfte und weitere Punkte. Sie holte aus ihrem Koffer eine Kasper-Handpuppe, die zu ihr sprach und ihr und allen Frauen beim Spagat zwischen beruflichem Stress und Familienleben riet: „Du musst viel relaxter sein, du schaffst das“.

Hiege beschrieb bildhaft den Familienalltag mit Mann Bruno, einem Restaurator, der gerne mal bei Kunden die Mütze, die Jacke und das Werkzeug vergisst und diese dann bei ihr anrufen, damit alles abgeholt wird. Schwierig werde es aber nur, wenn er seine Uterhose vergessen würde, dann wäre der Hausfrieden gestört.“

Und dann rufe ihre 85 Jahre alte Mutter an und erzähle, sie habe so viel zu tun und keine Zeit. „Das möchte ich am liebsten aufschreiben und später erzählen, wenn ich selbst alt bin und meine Kinder anrufen.“

Hiege ging auch auf die Bibel ein, in der ihre Kraftquellen steckten. Grundsätzlich sollen sich Frauen im Verlangen nach Anerkennung auf ihre Stärken besinnen anstatt eingebildete Anforderungen zu erfüllen, riet Hiege. Und im Vergleich zur weiblichen Konkurrenz dürften sie auch mal sagen: „Weißt du nicht, wie schön du bist?“ Dass sie als Powerfrau angekündigt worden war, kommentierte Hiege launig mit: „Sag ihnen, dass ich häufig müde bin“. Dies war auch der rote Faden ihres Vortrags – die häufige Müdigkeit.

Natürlich beschränkte sich die Powerfrau an diesem Abend nicht nur aufs Reden, sondern packte auch das Horn aus: Zusammen Tina Schulz am Klavier präsentierte sie zwei Musikstücke. Danach gab es eine Diskussion bei Wein und Quiche. (hab)

Quelle: HNA

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