Junge Leute mit Problemen am Arbeitsmarkt haben Chancen in Polen und Frankreich

Zum Praktikum ins Ausland

Tobias Stadler

Melsungen. 46 Schüler der Melsunger Radko-Stöckl-Schule und weitere Jugendliche haben in Frankreich und Polen ihre Möglichkeiten erkundet, dort ein Praktikum zu machen.

Bei einer einwöchigen Orientierungsfahrt haben sie die Arbeitswelten in Polen und Frankreich kennen gelernt. Alle Teilnehmer haben mindestens zwei Gemeinsamkeiten: Sie wollen über Praktikumserfahrungen im europäischen Ausland ihren Horizont erweitern und ihre Möglichkeiten ausloten, denn alle haben Beeinträchtigungen, die es ihnen bisher nicht ermöglichten, auf dem Ausbildungs- beziehungsweise Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Über das Programms IdA (Integration durch Austausch) werden die Jugendlichen während der zwei fünfwöchigen Praktika in Frankreich und Polen durch die Jugendwerkstatt Felsberg betreut.

Neben der Orientierungsfahrt durchlaufen die jungen Leute ein dreimonatiges Vorbereitungsprogramm, in dem sie sich mit der Wirtschaft, der Kultur und der Sprache der Gastgeberländer vertraut machen und ihre zum Teil lange zurückliegenden Lernerfahrungen auffrischen.

Parallel werden die Teilnehmer in den Ausbildungsbereichen der Jugendwerkstatt Felsberg für den Arbeitsmarkt trainiert. Auch Teamfähigkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit gehören dazu.

Die Vorbereitung der Schüler ist an den Gegebenheiten des schulischen Alltags ausgerichtet.

Tobias Stadler (18) beispielsweise war in Clermont-Ferrand. „Die Orientierungswoche hat mir schon was gebracht.“ Tobias konnte sich zwei potentielle Praktikumsbetriebe aus seinem Interessensbereich näher anschauen.

„Ich bin gerne handwerklich aktiv, aber auch einen Beruf in der Küche kann ich mir gut vorstellen“, sagt Tobias Stadler. Er ging mit weiteren Teilnehmern und Begleitern der Jugendwerkstatt in einen Bootsbaubetrieb „Alubat“ und schaute den französischen Arbeitern über die Schulter. Mit Hilfe der Dolmetscherin erfuhr er viel über den Beruf und noch mehr über den möglichen Praktikumsbetrieb. „In den Gesprächen“, sagt Tobias, „erfuhr ich außerdem, dass in Frankreich händeringend handwerkliche Fachkräfte gesucht werden. Das ist eine echte Motivation.“ In dem Betrieb „Alubat“ gibt es weder Zeitarbeit noch befristete Arbeitsverträge.

An anderen Tagen besuchte Tobias eine Großküche und war überrascht, wie freundlich die Mitarbeiter trotz des hektischen Treibens waren. (bmn)

Quelle: HNA

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