Pfarrerin Irene Umbach geht zum Monatsende in den Ruhestand – Verabschiedung mit Bach und Brunch

Sie predigte in vielen Kirchen

Abschied vom Pfarramt: Irene Umbach geht in den Ruhestand, wird aber weiter in der Frauenarbeit aktiv bleiben. Foto: Dellit

Fritzlar. Als Irene Umbach Pfarrerin wurde, war sie noch eine Exotin. Frauen waren damals noch selten im Pfarramt, sie war unter neun Vikaren die einzige Frau. Jetzt geht Irene Umbach aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand.

Umbach stammt aus Guntershausen, ihre Mutter war Kirchenälteste und engagierte sich in der Gemeinde. Erst vor kurzem hat sie herausgefunden, dass ihr Großvater im 1. Weltkrieg zeitweilig als Hilfsprediger eingesetzt war, doch aus einer Theologenfamilie stammt sie nicht.

„Ich habe viel gelesen und fand das interessant“, erläutert die 59-Jährige ihren Weg zur Theologie. Sie studierte in Bethel, Tübingen und Marburg. In dieser Zeit lernte sie auch ihren späteren Mann Helmut kennen, heute Dekan des Kirchenkreises Fritzlar.

Vikariat in Solz bei Bebra und die erste Stelle in Gensungen waren die nächsten Stationen. Auch dort war eine Frau im Pfarramt anfangs noch etwas Unbekanntes. „Die Leute mussten sich erst dran gewöhnen“, sagt Umbach, aber das sei sehr schnell gegangen.

„Man ist nah dran an den Menschen und bekommt Freude und Leid mit“, so beschreibt die Pfarrerin, warum ihr Beruf eine Berufung war.

In vielen Kirchen im Dienst

Irene Umbach ist in ihrem Amt viel herumgekommen. Wolfhager Land, Kassel-Wilhelmshöhe, Spieskappel, zuletzt Vertretungsaufgaben in Bad Zwesten, Metze und in Fritzlar. Auf mindestens 30 Friedhöfen sei sie im Dienst gewesen, schätzt sie, und in noch viel mehr Kirchen.

Bei der Frage nach ihrer Lieblingskirche muss sie eine Weile nachdenken und nennt dann das moderne Bonhoeffer-Haus in Frielendorf. Auch die kleinen Dorfkirchen, etwa die in Geismar, hätten viel Charme.

Umbach wird aktiv bleiben, in der Frauenarbeit, beim Weltgebetstag und auch mal im Gottesdienst. Aber sie wird auch mehr Zeit haben für ihre Familie, für Musik, Reisen und Lesen (aktueller Buchtipp: „Kuchenbacken in Kigali“ von Gaile Parkin). • Verabschiedung: Sonntag, 20. Januar, 10 Uhr Gottesdienst Stadtkirche Fritzlar, danach Verabschiedung bei „Brunch mit Bach“ mit Reiner Volgmann (Cello).

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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