Straßenbau: Bringt das Salmshäuser Modell dem Landkreis den Wettbewerbssieg?

Preis für eine Notlösung

Schwalm-Eder. Der Landkreis geht weiter auf Trophäenjagd. Nach einem 3. Platz beim internationalen Livcom-Award, der lebenswerte Gemeinden auszeichnete, macht der Schwalm-Eder-Kreis beim Wettbewerb „Innovation schafft Vorsprung“ mit.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie der Bundesverband für Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik haben ihn ausgeschrieben. Der Landkreis hat sich mit dem Beitrag „Preisgünstig zu neuen Straßen“ beworben.

Dabei geht es darum, Kreisstraßen einfacher und somit kostengünstiger auszubauen. Nach dem Salmshäuser Modell wird vor allem beim Unterbau und Frostschutz gespart.

Im Schrecksbacher Ortsteil Salmshausen wurde das Verfahren erstmals vor fünf Jahren angewandt. Zudem wird jeweils nur soviel Geld investiert, wie der Kreis bezahlen müsste, wenn das Land Zuschüsse gewähren würde. Nach Angaben von Landrat Frank-Martin Neupärtl werden vom Land 65 Prozent der Baukosten und vom Landkreis 35 Prozent getragen. Allerdings ist der Straßenbau nach dem Salmshäuser Modell nur bei jenen Trassen möglich, die kaum von Schwerlastern genutzt werden, schränkt Neupärtl ein.

Für die Jury des Wettbewerbs ist es dennoch ein Konzept, das anderen Gemeinden als Vorbild dienen könnte. Die Preisverleihung ist für den 15. Februar in Berlin geplant.

Straßenbau in Light-Version

Dabei war das heute preiswürdige Salmshäuser Modell im Jahr 2005 eher eine Verlegenheitslösung. Denn die 224 Meter lange und sechs Meter breite Straße war in einem üblen Zustand. Doch das Land wollte frühestens 2007 Geld für die Straße locker machen. So lange wollte der Landkreis nicht warten und suchte mit dem Amt für Straßen und Verkehrswesen nach einem alternativen Ausbaukonzept. Aus dieser Not heraus geboren, entstand das Salmshäuser Modell.

Doch trotz der Light-Version des Straßenausbaus soll es bei der Haltbarkeit keine Abstriche zum Vollausbau geben. „20 bis 25 Jahre müssen die so sanierten Straßen schon halten, sonst rechnet sich das nicht“, kommentierte der Landrat. Zahlreiche Straßen wie die in Wehren, Büchenwerra und Sebbeterode sind nach dem Salmshäuser Modell hergerichtet worden.

Ein Wermutstropfen hat allerdings das Modell: Das Land muss sich nämlich an den Kosten überhaupt nicht beteiligen. Denn der Ausbau der Straßen weicht von den Förderrichtlinien ab. Und trotz der Hoffnung, einen Innovationspreis von Berlin in die Kreisstadt zu bringen, sei ein Umdenken des Landes bei den Förderkriterien nötig, kommentierte Neupärtl.

Von Rainer Schmitt

Quelle: HNA

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