Haydauer Filmtage: Studenten zeigten ihre kreativen Arbeiten

Filmbegeistert: Filmemacher Jan Riesenbeck, Miss Universe Anita Hess, Jury-Mitglied Stefan Wild, Dorothea Becker-Puhl vom Förderverein Kloster Haydau, Akteur Ruben Zumstrull, Organisator Tobias Böhm und Jury-Mitglied Dr. Thomas Dell-George (von links). Foto: V. Koch

Altmorschen. Um Fleischbällchen, Gott und nichts geringeres als die Frage nach dem Sinn des Lebens haben sich die Kurzfilme bei den Haydauer Filmtagen gedreht. Zum neunten Mal verwandelte sich das Kloster in Altmorschen dafür in einen Kinosaal.

Mehr als 60 Besucher waren gekommen, um die in bunte und flimmernde Bilder verpackten Arbeiten der Studenten der Kunsthochschule Kassel zu sehen. Unter dem Motto „Kurz & Ganz“ standen zwölf Kurzfilme auf dem Programm. Organisator der Haydauer Filmtage war Tobias Böhm.

Mit Trick- und Animationsfilmen sowie experimentellen Videoarbeiten und einer Dokumentation über die Miss Universe aus Kassel, Anita Hess, wurde den Zuschauern ein abwechslungsreiches Programm geboten. Nach über zwei Stunden gespickt mit kreativen Filmen wählten sie ihren Favoriten.

Schon der erste Film „Sechster Sinn, Drittes Auge, Zweites Gesicht“ sorgte mit schnellen Schnitten und detailverliebten Kulissen für einen bleibenden Eindruck. Der Regisseur des filmischen Wahnsinns, Jan Riesenbeck, wollte mit seiner Arbeit nicht weniger als die Frage nach dem Sinn hinter den Prozessen, die das Leben bestimmen, aufzeigen.

Auf der Suche nach dem eigenen Ich stolpern die Hauptdarsteller Anna Fischer und Ruben Zumstrull durch eine Welt, in der alles eine Frage der Perspektive ist und die Zeit ihnen als übermächtiger Gegner gegenüber steht. Am Ende von Riesenbecks 15-minütigem Werk bleibt nur die Erkenntnis: Nichts ist langweiliger als ein gelöstes Puzzle.

Von schwarz-weiß bis knallig bunt präsentierten sich die Trick- und Animationsfilme der Studenten. So unterschiedlich wie deren Gestaltung waren auch ihre Handlungen.

Von dem Verhältnis von Vater und Sohn über Mord, einen eierlegenden Jungen und der Frage nach Gott bis hin zu einem Western in Wachskratztechnik: Die Kreativität der Studenten in Sachen Handlung und filmischer Umsetzung schien keine Grenzen zu kennen. Eine Hommage an Harry Kramer und seinen Film „Die Schleuse“ war das Gruppenprojekt der Trickfilmklasse mit dem Titel „Regel Null“. Ob witzig oder eher nachdenklich: Schön anzusehen und unterhaltsam waren alle Arbeiten.

Der Publikumspreis ging an den Jan Riesenbeck. Der Haydauer Stein als Preis der Jury - bestehend aus Florian Funk, Stefan Wild und Dr. Thomas Dell-George - wurde an Benjamin Jungbluth für den Film Meatballs (zu deutsch: Fleischbällchen) verliehen. Gestaltet wurde der Preis von der Gensunger Künstlerin Sigrid Paul.

Von Verena Koch

Quelle: HNA

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