Instrumentalisten der Naumburger Stadtkapelle im Gottesdienst geehrt

Zum Preis und Lob Gottes

Garanten des Erfolgs: Rolf Jacobi (rechts) als Vorsitzender des Katholischen Bürgervereins ehrte Frauen und Männer der Naumburger Stadtkapelle, die über viele Jahre hinweg als Musiker das Bild des kulturellen Botschafters der Stadt an der kleinen Elbe maßgeblich mit prägten und gestalteten. Foto:  Michl

Naumburg. „Jede wahr und tief empfundene Musik, ob profan oder kirchlich, wandelt auf jenen Höhen, wo Kunst und Religion sich jederzeit begegnen können.“

Mit dieser Aussage des Friedensnobelpreisträgers Albert Schweitzer würdigte Rolf Jacobi, Vorsitzender des Katholischen Bürgervereins Naumburg, nicht nur die aus 40 Aktiven bestehende Naumburger Stadtkapelle, sondern vor allem Frauen und Männer des Ensembles für ihr jahrzehntelanges musikalisches Engagement.

Während des von Stadtpfarrer Johannes Kowal zelebrierten Hochamtes am zweiten Weihnachtsfeiertag in der katholischen Stadtkirche Sankt Crescentius wurden sie von Jacobi im Auftrag des Hessischen Musikverbandes ausgezeichnet. Wobei der instrumentale Klangkörper selbst Teil des Gottesdienstes war, ihn musikalisch mitgestaltete.

Nach dem Hochamt unterhielt die Stadtkapelle zudem die Besucher mit einem Strauß weltlicher Melodien, und Stadtpfarrer Kowal erfüllten die Musiker seinen einen speziellen musikalischen Weihnachtswunsch: „Glück auf, der Steiger kommt“.

Die Naumburger Stadtkapelle, derzeit von Hermann Draude geleitet und mit Heinz Roth am Dirigentenpult, wurde im Katholischen Bürgerverein 1925 aus der Taufe gehoben. Grund dafür war, dass bis dahin bei den sakramentalen Prozessionen, zum Turmblasen sowie den Kirchweihfesten gegen Bezahlung Kapellen von auswärts verpflichtet werden mussten, die dieses geistliche Metier nur ungenügend beherrschten.

15 Männer des Katholischen Bürgervereins lernten damals unter Ausbilder Richard Gerloff aus Fritzlar im örtlichen Gasthaus Loskant regelmäßig die hohe Kunst der Musik, die notwendigen Instrumente konnten durch Spenden von insgesamt 1000 Reichsmark aus der Bürgerschaft gekauft werden.

Inzwischen spielt die Naumburger Stadtkapelle längst nicht mehr nur bei kirchlichen Anlässen. Sie hat sich auch der Unterhaltungsmusik geöffnet und ist beispielsweise aus dem Naumburger Karneval nicht mehr wegzudenken.

Nachwuchsmangel war übrigens für die Stadtkapelle immer ein Fremdwort. Momentan werden von Heinz Roth über zehn Jugendliche ausgebildet.

Von Reinhard Michl

Quelle: HNA

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