Bei den 7. Haydauer Filmtagen wählten Publikum und Jury ihre Favoriten

Handgemachtes Filmfestival: Tobias Böhm (links) und die Jurymitglieder Franziska Gründel und Guido Wernert präsentieren den Publikumspreis und den Jurypreis für die beiden preisgekrönten Filme der 7. Haydauer Filmtage. Foto: Schüler

Altmorschen. Ein Raunen geht durch das Publikum in der Klosterscheune in Altmorschen, als das Licht wieder angeht. „Das ist aber jetzt schwer“, spricht eine Zuschauerin der 7. Haydauer Filmtage aus, was viele denken.

17 Filme, 17 Ideen, 17 Mal ein variantenreiches Spiel mit dem Medium Film - und eine Entscheidung. 17 Kurzfilme von Studierenden der Kasseler Kunsthochschule zeigten, wie die jungen Leute ganz verschiedene technische Möglichkeiten des Mediums Film und Ton und nutzten, um ihre Botschaft zu vermitteln. Daraus sollten die etwa 80 Zuschauer ihren Favoriten für den mit 250 Euro dotierten Publikumspreis wählen. Außerdem hatte eine Jury den Preisträger für den mit 500 Euro dotierten Haydauer Stein ausgeguckt.

Wenn die Beiträge in so unterschiedlicher Gestalt daherkommen - von Dokumentation über klassischen Trickfilm bis zum Musikvideo - dann fällt zunächst die Entscheidung schwer.

Guido Wernert, Jurymitglied und Geschäftsführer des HKZ Rotenburg, erklärte das Bewertungsraster der Jury: Ausdruck, Gefühl, Harmonie, Aussage und die persönlichen Emotionen. Mit ihm zusammen beurteilten Franziska Gründel und Biele Emmenberger die 17 Kurzfilme und den Spielfilm „Suicide Club“, der schon am Donnerstag vorgestellt wurde.

„Wir waren uns schnell einig, und es gab nur eine geringe Bandbreite bei den Jurymitgliedern“ stellte Wernert das Ergebnis vor. Auch wenn die Filmkünstler selber nicht anwesend waren, auch für das Publikum stieg die Spannung, wer denn nun für den Haydauer Stein und wer für den Publikumspreis gekürt wurde - war das auch der persönliche Favorit oder hätte man ganz anders entschieden?

Wer genau auf die Reaktion des Publikums geachtet hatte, der ahnte schon dessen Sieger: Lacher und mehr als nur höflichen Applaus begleiteten den Trickfilm von Martin Schmidt: „Der präzise Peter“. Da versucht ein paranoid ordnungswütiger Familienvater das Essen im Gleichklang zu absolvieren. Und dann gerät die Mahlzeit außer Kontrolle, er haut auf den Tisch, und brav folgen auch Frau und Kind seinem Ausbruch. Das alptraumhafte Chaos endet mit der Rückkehr zur Präzision, das Kind richtet ordentlich die Gabel aus, die ihn erstochen hat.

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Quelle: HNA

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