Felsberg und Spangenberg profitieren von der Innenstadt-Offensive Hessen

Preisgeld für pfiffige Ideen

Spangenberg / Felsberg. Felsberg und Spangenberg wollen mehr Leben in ihre Altstädte holen und punkteten mit ihren Ideen dafür beim Wettbewerb Innenstadt-Offensive Hessen 2011: Sie bekommen Geld aus dem Programm „Ab in die Mitte“ und nehmen mit den Zuschüssen unter anderem Leerstände in den Blick.

Hessenweit stehen aus dem Programm laut Wirtschaftsministerium dieses Jahr 160 300 Euro für die Preisträger bereit. Davon erhält die Liebenbachstadt 6000 Euro und die Gemeindenützliche Genossenschaft Felsberg 10 000 Euro. Und das ist in den beiden Städten geplant:

• Felsberg: Die seit 2009 bestehende Gemeindenützliche Genossenschaft plant nach Angaben ihres Vorstandsvorsitzenden Friedwart Vogel für die Zeit von Juli bis Oktober zwei Aktionen in der Altstadt. Bei der einen geht es um die Idee eines Fahrradhotels, das es in seiner Art bereits im niedersächsischen Hann. Münden gibt: Dort sanierten Privatinvestoren ein Fachwerkgebäude in der Kernstadt, das Radlern seit Jahren als Anlaufpunkt dient. Ob ein solches Haus auch in Felsberg realisierbar ist und welche Ansprüche Radler an eine solche Unterkunft stellen, soll eine Sternfahrt klären, die im Fachwerkhaus Poststraße 3 enden soll. Dort soll es dann Essen, Übernachtungsmöglichkeiten und eine Umfrage unter den Teilnehmern geben.

Tagung in alter Bäckerei

Mit ihrem zweiten Vorhaben will die Genossenschaft insbesondere junge Leute ansprechen. In der alten und leer stehenden Bäckerei an der Quergasse sollen die jungen Leute für zwei Tage unter anderem mit einem Architekten zusammenkommen, um einmal aufs Papier zu bringen, wie sie sich die Zukunft in der Altstadt vorstellen.

• Spangenberg: Beim Wettbewerb „Ab in die Mitte“ sind Leerstände nur ein Thema. Das haben in der Vergangenheit die Spangenberger bewiesen, die gleich zweimal mit ihrem Musiksommer punkteten. Dieses Jahr aber geht es auch in der Liebenbachstadt um Leerstand, speziell um den in der Burgstraße.

Nach Angaben von Sabine Schaub vom städtischen Servicecenter ist die Burgstraße in der Altstadt eine gute Adresse, sie ist eine Verbindungsstraße zum Marktplatz und barrierefrei von der Parkpalette aus zu erreichen. Nur, so Sabine Schaub: Der Ladenleerstand dort ist nahezu komplett.

Nach dem preisgekrönten Konzept des Servicezentrums, das örtliche Gewerbetreibende mit initiierten und entwickelten, sollen dieses Jahr etliche Aktionen die Chance erhöhen, in der Burgstraße wieder geschäftliches Treiben zu etablieren. „Noch gibt es nichts außer der Idee“, sagt Sabine Schaub, aber diese Idee sei unterfüttert vom Konzept und der Erfahrung örtlicher Betriebe, die bei ihrem Geschäftskonzept auf Kaufkraft von außen setzten. Gefragt seien dabei standortunabhängige Produkte mit einem eigenen Markt, beispielsweise Nischenwaren wie handgemachte Schuhe oder spezielle Pferdesportartikel.

Um das zu schaffen, sollen nach dem Konzept unter anderem ein Exposé für die Läden der Burgstraße erstellt, Existenzgründer informiert und exotische Waren und Dienstleistungen aufgespürt werden, deren Herstellung und Vermarktung einerseits hohes Fachwissen erfordern und andererseits überregional gefragt sind. (lgr)

Quelle: HNA

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