Premiere: Jeder Naumburger Stadtteil hat medizinische Einsatzkraft

Naumburg. Eine bis vier Minuten dauert es, bis sie am Einsatzort sind. Minuten, die im Ernstfall Leben retten können, denn gerade im ländlichen Raum kann es dauern, bis Notarzt und Rettungsdienst eintreffen.

Genau deshalb setzt auch der DRK-Ortsverein Naumburg seit 2012 auf die Helfer vor Ort (HvO), die als „Voraus-Helfer“ die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken.

Viele Einsätze haben die Ehrenamtlichen schon hinter sich. Durchschnittlich einmal pro Woche werden sie über die Leitstelle gerufen - immer dann, wenn auch ein Notarzt angefordert wird. Seit Neuestem sind sie in Naumburg noch besser vernetzt. Dank Unterstützung von Bürgermeister Stefan Hable (CDU) und Stadtbrandinspektor Thomas Heger haben sich auf einen Schlag sieben Freiwillige ausbilden lassen, einen Erste-Hilfe-Kurs besucht und eine Sanitätsausbildung absolviert. „Wir können nun das gesamte Stadtgebiet inklusive aller Ortsteile abdecken, das ist eine Premiere im Landkreis Kassel“, sagt DRK-Bereitschaftsleiter Timo Jassmann nicht ohne Stolz und weist auf die nicht selbstverständliche, ehrenamtliche Einsatzbereitschaft hin.

Wie bei der Feuerwehr auch werden die Nachbarschaftshelfer über einen Pieper alarmiert und bekommen so alle wichtigen Informationen zum Einsatz. „Es geht uns dabei um eine gute, qualifizierte Ersthilfe“, erklärt Jassmann. Insbesondere Patienten mit Schlaganfall, Herzinfarkt sowie Herz-Kreislauf-Stillstand profitierten von diesem Angebot, auch bei Verkehrs-, Arbeits- und Freizeitunfällen seien die HvO-Freiwilligen für alles gerüstet. Beatmungsbeutel, Blutdruckmessgerät, Stütze für die Halswirbelsäule - für die Erstversorgung haben sie alles in ihrer privaten Notfalltasche parat, die sie stets einsatzbereit im Kofferraum ihres Autos haben.

Vom schnellen Einsatz profitiert so nicht nur der Patient, sondern auch der Notarzt, der direkt mit allen notwendigen Informationen zum Gesundheitszustand versorgt werden kann.

„Durch die guten Ortskenntnisse, die kurzen Anfahrtswege und der dadurch schnellen Erstversorgung werden die Überlebens- und Heilungschancen der Patienten enorm verbessert, durch unsere bisherigen Einsätze ist schon manches Leben gerettet worden“, sagt Jassmann, der zusammen mit Patricia Henze, Lena Tonn, Dominik Kegel, Ingo Armbrust, Ivonne Reitze-Lattemann sowie Marcel Bandurski in der Kernstadt als Helfer-vor-Ort parat steht. In Elbenberg und Altendorf engagieren sich Robert und Henning Lenz sowie Luis Gonsior, in Altenstädt Thomas Schmeling und in Heimarshausen sowie dem angrenzenden Züschen Mike Kohls und Lisa Neudert.

Über Spenden finanziert 

Die entstehenden Kosten durch Verbrauch von beispielsweise Verbandsmaterial, Sauerstoff und vielem mehr werden laut Jassmann weder dem Patienten noch dessen Krankenkasse in Rechnung gestellt. Das HvO-System, das als sinnvolle Ergänzung der Rettungskette, nicht aber als Konkurrenz zum Rettungsdienst gedacht sei, werde zu 100 Prozent aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert.

Kontakt: Timo Jassmann, Telefon 0151-22279516, www.drk-kassel.de/bereitschaften/naumburg 

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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