Smetana-Philharmonie aus Prag und Solisten spielten in der Fritzlarer Stadthalle

Ein prickelndes Konzert

Stimmgewaltig und gut gelaunt: Tenor Catalin Mustata, Sopranistin Luminita Andre und Chefdirigent Hans Richter von der Smetana-Philharmonie. Foto: Auerbach

Fritzlar. Man musste in der Stadthalle in Fritzlar keinen Champagner trinken, um in Stimmung zu kommen. Die prickelnde und schäumende Musik der Smetana-Philharmoniker aus Prag verbreitete Wiener Atmosphäre und Frohsinn beim Neujahrskonzert.

Fein und vornehm, nicht donnernd und blitzend und dennoch beschwingt und fröhlich, so kann man den Charakter der Musikstücke beschreiben, die Chefdirigent Hans Richter ausgewählt hatte. Es waren Walzer, Polkas und Lieder aus Operetten von Johann Strauß (Sohn), Franz Léhar und Emmerich Kálmán.

Glanzvolle Momente

Dazu schufen die gertenschlanke Sopranistin Luminita Andrei und Tenor Catalin Mustata glanzvolle Momente. Großartig, wie die beiden ihre herrlichen Stimmen im Solo und im Duett darboten, wie sie miteinander und mit dem Orchester übereinstimmten.

Die ganze Klangpracht des renommierten Orchesters machte bereits das Eröffnungsstück deutlich. Kultiviert, nuanciert, mit feinfühliger Dynamik und einer grandiosen Schlusssteigerung zelebrierten die Musiker die Ouvertüre aus „Die Fledermaus“ von Johann Strauß. Orchesterchef Richter weiß, wie man die verborgenen Geheimnisse der Operettenmusik zum Vorschein bringt.

Als unterhaltsamer Moderator gab er Geschichten um die Familie Strauß und die goldene Ära der Wiener Operette zum Besten. Er informierte über die Solisten und die Werke. In der Rolle der etwas naiven und ziemlich raffinierten Kammerzofe Adele fühlte sich Andrei sichtlich wohl. Quicklebendig trällerte sie mit leuchtendem Sopran „Spiel’ ich die Unschuld vom Lande“.

Am gewaltigen Strom

Als Zarewitsch Alexej entführte Catalin Mustata mit Franz Léhars „Wolgalied“ an den Strand des gewaltigen Stromes und sang das Lied mit seelenvoller Stimme.

Im Uhrenduett aus „Die Fledermaus“ verwandelten sich die Sänger in Rosalinde und Gabriel von Eisenstein. Herr von Eisenstein ist auf amouröse Abenteuer aus, doch seine Verführung mit Hilfe der wertvollen Taschenuhr schlägt fehl.

Mit zahlreichen gesanglichen und instrumentalen Höhepunkten verfehlten der wunderbare Melodienreigen und die Spielfreude der Musiker ihre Wirkung nicht. Den 400 Menschen im Saal sah man ihre gute Laune an.

Zum Finale setzte das Orchester mit dynamischer Klangfülle und dem Walzer „An der schönen, blauen Donau“ ein Ausrufezeichen. Es sollte nicht das letzte sein.

Herausgefordert vom nicht enden wollenden Applaus, fügten die Musiker die „Tritsch-Tratsch-Polka“ und den „Radetzky-Marsch“ dem Programm hinzu. Endlich Blitz und Donner! Die Zuhörer reagierten befreit und klatschten begeistert mit.

Das Konzert fand statt unter der Regie des Kulturvereins Fritzlar, mit Unterstützung der Stadt und wie immer gefördert durch die VR-Bank Schwalm-Eder.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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