Proben für Festival "Körperstürme" im Don Bosco-Haus

Ungewöhnliche Bewegungen im großen Saal des Don-Bosco-Hauses. Die Tänzerin und Choreografin Evelin Stadler probt dort ihre neue Tanzproduktion. Premiere ist am Samstagabend in der Kasseler Martinskirche. Fotos:ula 

Gudensberg/Kassel. Im Saal des Gudensberger Don Bosco-Hauses proben Tänzerinnen für das Festival "Körperstürme" am 14. Mai. Das Künstlerpaar wird das Gebäude in Gudensberg kaufen.

Die Sonne strahlt durch die große Fensterfront in den Saal des Don-Bosco-Hauses in Gudensberg, die Schatten bilden geometrische Muster auf dem Parkett. Durch das Licht bewegen sich Tänzerinnen, ihre Körper dehnen und strecken sich, die Zehen tippen rhythmisch auf den Boden, fließende Anmut, synchron nebeneinander, dazu die Klänge der Musik.

Wie anstrengend das scheinbar Leichte ist, wird in der Pause deutlich: Auch die austrainierten Profi-Tänzerinnen fangen an zu schwitzen. Tanzprobe ist eben Schwerarbeit.

Die Ansagen zu den verschiedenen Tanzschritten macht Evelin Stadler, die Tänzerinnen Bettina Helmrich (Kassel) und Maristella Tanzi (Italien) hören aufmerksam zu. Stadler, gebürtige Südtirolerin, hat die Choreografie für das Stück mit dem Titel „Uncanny valley“ (unheimliches Tal) ausgearbeitet und probt seit Anfang April. Das Stück erlebt seine Uraufführung beim Festival für Tanz und zeitgenössische Musik am Samstag, 14. Mai, 21 Uhr, in der Kasseler Martinskirche.

„Uncanny Valley“ ist konzipiert für vier Tänzerinnen und fünf Musiker, die fünf Stücke von verschiedenen Komponisten präsentieren. Eines davon stammt von Frank Gerhardt, dem Ehemann von Evelin Stadler, der auch insgesamt die Klangregie übernimmt. Dazu gibt es einen Lichtdesigner eigens nur für die Beleuchtung.

„Fünf Wochen Probenzeit sind echt knapp für eine solche Produktion“, sagt die Tänzerin. Sie ist froh darüber, den großen Raum des katholischen Gemeindehauses schon nutzen zu können.

Wie lange es noch dauert, bis sie und ihr Mann Eigentümer des Gebäudes werden? Sie weiß es nicht: „Der Vertrag liegt jetzt beim Bistum in Fulda.“ Doch geht sie davon aus, dass der Kauf demnächst über die Bühne geht und sie das Haus für ihre Zwecke umgestalten können.

Wenn ihre Pläne in Erfüllung gehen, dann werden die beiden Künstler neben dem großen „Kultur-Haus“ auch für ihre Familie - sie haben einen Sohn - ein Haus auf dem Grundstück bauen, in dem sie wohnen wollen.

Zunächst steht jedoch das Festival in Kassel im Mittelpunkt, bei dem Stadler und Gerhardt zum Kuratorium gehören. In der sanierten, offenen Martinskirche werden von Freitag bis Montag nach einjähriger Pause zehn Veranstaltungen präsentiert, bei denen es um Interaktionen von Musik, Raum, Licht und Bewegung geht. Das international führende Ensemble Modern spielt, Tänzer des berühmten Folkwang Tanzstudios aus Essen zeigen ein Stück.

• Tanzfestival „Körperstürme“, Freitag bis Montag, Martinskirche Kassel, Tageskarten 20 Euro.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.musik-martinskirche.de

Quelle: HNA

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