Kommunale Bauhöfe haushalten mit Streusalz – Räumdienste sind im Dauereinsatz

Problem mit Schneebergen

Schneemassen auf dem Fritzlarer Marktplatz: Die Stimmung ist romantisch, das Durchkommen für vor allem ältere Fußgänger nicht leicht. Seit gestern wird der Schnee abtransportiert. Foto: ula

Schwalm-Eder. Nur Streuen und Schieben reicht in diesen Tagen nicht aus, um die Schneemassen in den Straßen und Gassen von Fritzlar zu bewältigen. „Wir fangen heute damit an, den Schnee wegzutransportieren“, sagte am Dienstag Bürgermeister Karl-Wilhelm Lange. Zwar gebe es auch nur noch begrenzt Streusalz, aber die Menge an Schnee mache größere Probleme. Viele Bürger beschwerten sich zurzeit über Räum- und Streudienste, doch der Bauhof komme an seine Grenzen. Bei extremen Bedingungen „müssen die Leute irgendwann auch mal selbst die Schippe in die Hand nehmen“, mahnte Lange.

Auch in Melsungen neigt sich der eingelagerte Salzvorrat dem Ende zu. „Wir haben zwar durch die Erfahrungen im Vorjahr mehr Streusalz gekauft, aber da die Nachlieferung sehr schleppend verläuft, müssen wir mit unseren Vorräten haushalten“, sagte Bauhofleiter Karl Trieschmann.

Nur noch Splitt wird laut Bauhofleiter Ludwig Hilgenberg in Körle gestreut, da das Streusalz fast aufgebraucht sei: „Wir verwenden es nur nur noch bei Eisregen und extremer Straßenglätte.“

Die Stadt Spangenberg greift derzeit ersatzweise auf Steinsalz zurück, wie ein Mitarbeiter berichtete. Auf die Lieferung einer Streusalzbestellung vom 8. Dezember warte man noch immer.

Ebenso gehe es dem Winterdienst in Schwalmstadt, sagt Bürgermeister Wilhelm Kröll. Die städtischen Schneeräumer seien pausenlos im Einsatz, auch nachts und an Wochenenden. Trotzdem gebe es Anrufe und Beschwerden aufgebrachter Einwohner. Kröll bittet um Verständnis, die Mitarbeiter seien angewiesen, ihre Räumtouren einzuhalten und keine Ausnahmen zu machen.

Alternatives Streugut gibt es nicht. Grus allein und ohne Salz sei schädlich für die Maschinen, sagte Vize-Bauhofleiter Uwe Knierim: „Wir hoffen jetzt erst mal auf Tauwetter.“

Noch genügend Salz gibt es in Schwarzenborn. In Hessens kleinster Stadt sind laut Bürgermeister Jürgen Kaufmann – ebenso wie in Fritzlar – eher die großen Schneemassen das Hauptproblem. (ula/mso/aqu)

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Quelle: HNA

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