Informations-Veranstaltung: Gefahren durch Suedlink nicht auszuschließen

Naumburg. „Suedlink? Nein danke!“, „Stoppt Suedlink“, „Keine Monstertrasse“, diese Forderungen kann man seit eineinhalb Jahren auf Flyern, Bananen und Schildern lesen. 

Um die Risiken für Mensch und Natur sollte es bei einer Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Wolfhager Land am Montagabend in Naumburg gehen.

Dazu hatten die Mitglieder Referent Professor Doktor Hans Martin aus Bad Emstal eingeladen. Der wusste als ehemaliger Dozent für Arbeitswissenschaften an der Universität Kassel und zehnjähriger Arbeit beim Bundesforschungszentrum genau, wovon er sprach, als er Grenwerten und Vorschriften zum Europäischen Arbeitsschutz zitierte. Dabei handele es sich allerdings in erster Linie um wirtschaftliche Werte, so der Referent. „Grenzwerte sagen nichts über die Gefährlichkeit aus“, betonte Martin.

Prof. Dr. Hans Martin

Nach Grenzwerten und Richtlinien zu Suedlink suchen Interessenten bislang vergeblich. Wer eine Antwort auf die Fragen nach den tatsächlichen Risiken der Stromtrasse erwarte, deren Entstehung bereits beschlossen ist, der wurde enttäuscht. Verschiedene Arten der Erdkabelverlegung, auf die sich die Bundesregierung mittlerweile geeinigt hat, standen im Fokus. Zur Sprache kamen auch die sprichwörtlichen Einschnitte in die Natur, die auch durch die Verlegung von Erdkabeln entstehen. Mögliche gesundheitliche Risiken und Gefahren für den Menschen bleiben aber weiterhin Spekulation.

Untersuchungen und Forschungsergebnisse: Fehlanzeige. Wie auch könnte man solche präsentieren? Eine Gleichstromtrasse, wie Suedlink, gibt es bisher nicht. Allein der Beschluss, mit den Kabeln unter die Erde zu gehen, sei eine Verbesserung zur ursprünglich geplanten Freileitung. So würde lediglich ein magnetisches, nicht aber ein elektrisches Feld in der Nähe der Trasse entstehen und die Gefahren für Mensch und Tier seien vermutlich geringer, so Martin.

Solange jedoch ein Risiko und die Gefahr nicht ausgeschlossen werden könne, müsse man damit rechnen, dass die Gleichstromtrasse quer durch Nordhessen, auf die Gesundheit von Mensch und Tier und auf die Natur keinen unerheblichen Einfluss nehmen wird. Der klare Standpunkt von Hans Martin lautet daher: “Suedlink muss nicht sein.“ Dem stimmten auch die Mitglieder der Bürgerinitiative zu.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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