Naturschützer fordern, auf technische Geräte beim Laubsammeln zu verzichten

Profis greifen zum Gebläse

Saisonstart: Ab sofort schwärmen Bauhofmitarbeiter wieder aus, um unerwünschtes Herbstlaub mit Blasmaschinen zum Abtransport zusammenzupusten. Unser Bild zeigt Dieter Wilkening auf dem Melsunger Skaterplatz am Sand. Foto: Slawik

Kreisteil Melsungen. Die Menschen stört meist nur der Lärm, für die Tierwelt können Laubbläser und Laubsauger aber verhängnisvoll sein. Darauf weist der Naturschutzbund (Nabu) Hessen hin. Wer das Laub radikal entsorge, lasse auch Kleinlebewesen verschwinden, die unter anderem für die Vogelwelt wichtig seien. Der Nabu ruft Gartenbesitzer und Kommunen dazu auf, zu Besen und Rechen zu greifen, statt die technischen Geräte einzusetzen und das Laub auf Beeten und Rabatten liegen zu lassen.

Ungezählte Tonnen Laub sammeln die Bauhofmitarbeiter im Kreisteil Melsungen zur Herbstzeit ein. Die Blätter auf Straßen und Wegen liegen zu lassen, komme nicht in Frage, weil sonst Rutsch- und Unfallgefahr für Fahrzeuge und Fußgänger bestehe, heißt es etwa bei den Stadtverwaltungen in Melsungen, Felsberg und Spangenberg. Dort schwärmen Bauhofmitarbeiter in den nächsten Wochen wieder aus, um das Herbstlaub zum Abtransport zu den Kompostanlagen zu einzusammeln.

Die Massen von Blättern per Hand zusammenzukehren ist weder wirtschaftlich sinnvoll noch personell machbar, heißt es bei der Melsunger Stadtverwaltung. Deshalb seien Laubsauger und Laubbläser unter anderem in den städtischen Parkanlagen, auf der Freundschaftsinsel und allen anderen öffentlichen Flächen mit im Einsatz. Auf kleineren Flächen arbeite man auch mit Besen und Rechen.

Baumallee am Liebenbach

In der Spangenberger Kernstadt stellt sich die Situation ähnlich dar: Dort helfen die Blas- und Saugmaschinen beispielsweise beim Sammeln der abgefallenen Blätter von allein 90 Bäumen an der 1500 Meter langen Baumallee am Liebenbach, teilte Friedhelm Koch vom städtischen Bauamt mit.

In den Spangenberger Stadtteilen sieht es etwas anders aus. Dort leihen sich nach Verwaltungsangaben Arbeitsgruppen die Bauhofmaschinen manchmal für Einsätze auf größeren Anlagen wie den Friedhöfen aus - oder aber die Einwohner greifen mehrheitlich zu Besen und Rechen, wie es etwa Ortsvorsteher Werner Kressel in Nausis beobachtet.

Das Laub bringen die Bauhof-Mitarbeiter in der Regel auf Kompostanlagen. Dabei kommen allein in der Bartenwetzerstadt ungezählte Lkw-Ladungen zusammen. Am Ende des Kreislaufs steht die Komposterde, die zu einem Großteil dann wieder auf Friedhöfen und anderen öffentlichen Flächen landet. (lgr/rud)

Angemerkt

Quelle: HNA

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