„Die Menschen fanden zueinander“

Dorferneuerung in Niedenstein ist beendet

HeikeEubel

Niedenstein. Wenn inzwischen zweimal pro Woche Senioren zum Mittagstisch im Niedensteiner Bürgertreff in der Kernstadt zusammenkommen, dann ist das der Dorferneuerung zu verdanken.

Seit zehn Jahren verändert sich das Leben in dem Städtchen unter dem Hessenturm – eindeutig zum Besseren, ist Heike Eubel überzeugt.

Sie ist die Vorsitzende des Arbeitskreises Dorferneuerung, der offiziell seit 2004 arbeitet und am Donnerstag, 10. Oktober, seine letzte Sitzung im Bürgertreff Obertor haben wird. Denn: Das Programm, von dem die Stadt in vielfältiger Weise profitierte, ist beendet.

Schon die Fakten beeindrucken: 1,25 Millionen Euro wurden für verschiedene kommunale Projekte investiert. Gut 800 000 Euro zahlte das Land Hessen dafür an Zuschüssen. Mit dem Geld war es möglich, Dinge zu realisieren, die die finanzschwache Stadt nie aus eigener Kraft hätte umsetzen können.

„Wir bekamen 75 Prozent der förderfähigen Kosten als Zuschuss“, erläutert Bürgermeister Werner Lange, der dafür kämpfen musste, dass Niedenstein-Kernstadt mit den knapp 2000 Einwohnern ins Programm aufgenommen wurde. Denn eigentlich ist bei 1500 Einwohnern Schluss – aber es gibt Ausnahmen.

Als klar war, dass es klappt mit der Dorferneuerung, begannen die Überlegungen, was man anmelden sollte. Der Arbeitskreis Dorferneuerung setzte sich aus vielen Ehrenamtlichen zusammen, die mitwirken wollten. Bis heute sind 16 Mitglieder darin aktiv.

Mit fachlicher Begleitung wurde in Dorfentwicklungskonzept erarbeitet. Schnell war klar, dass das Zentrum rund um das Rathaus ein Schwerpunkt sein sollte. „Wir hatten hier leerstehende Gebäude, die wieder mit Leben gefüllt werden sollten“, sagt Lange.

Damit verbunden war die Neugestaltung des gesamten Obertorplatzes zusammen mit der Straße und den Seitenanlagen. Um die beste Lösung zu finden, wurde dafür sogar ein Planungswettbewerb veranstaltet. „Das Geld dafür hat sich gelohnt“, sagen Eubel und Lange übereinstimmend.

Heute freuen sich viele Menschen über die neuen Angebote, die sich in der Folge der Umbauten ergeben haben:

• In der ehemaligen Gaststätte Hessenturm entstand ein Bürgertreff, in dem regelmäßig Mittagstische für Senioren stattfinden, eine Spinnstube, aber auch private Veranstaltungen und die Wohlfühltage.

• Gegenüber hat in einem früheren Geschäftshaus das Altenburg- und Stadtmuseum sein Domizil gefunden, betreut und betrieben von ehrenamtlichen Helfern.

Eine Erfolgsgeschichte ist nach Einschätzung Eubels auch die neu gestaltete Teichanlage, für die sich viele eingesetzt hätten. Das gelte auch für das Jugend- und Kulturhaus, in dem die Jugendlichen ein passendes Zuhause gefunden hätten.

„All das hat sich aus der Dorferneuerung entwickelt“, sagt Heike Eubel, „Und das finde ich das Beste: Die Niedensteiner haben zueinander gefunden. Viele engagieren sich weiter.“ Angebote wie die Kinder-Uni und Computer-Kurse für Senioren wären ohne das Programm kaum denkbar.

Was sonst noch seit 2004 getan wurde, was die Dorferneuerung weiter bewirkte, das werden die Arbeitskreis-Mitglieder am Donnerstag, 10. Oktober, ab 19 Uhr im Bürgertreff am Obertor öffentlich vorstellen.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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