Projekt im FSJ: Schwimmkurs für Flüchtlingskinder

Alana Kallmi (vorne links) im Melsunger Schwimmbad beim Schwimmkurs für Flüchtlinge, den die FSJler der Melsunger Sportvereine gemeinsam mit der DLRG Guxhagen-Melsungen anbieten. Foto: Thiery

Drei FSJler organisierten gemeinsam mit dem Schwalm-Eder-Kreis und der DLRG Guxhagen-Melsungen einen Schwimmkurs für Flüchtlingskinder in Melsungen.

Alana Kallmi ist überglücklich. Sie nimmt Anlauf, springt überschwänglich ins Wasser und juchzt dabei. Es platscht nur so um sie herum. Die Zehnjährige lernt im Melsunger Hallenbad schwimmen. Das ist nicht selbstverständlich. Das albanische Mädchen lebt seit neun Monaten in Deutschland - zurzeit in Körle - und nimmt am Schwimmkurs teil, den die Teilnehmer des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) der Melsunger Sportvereine für Flüchtlingskinder organisiert haben.

„Viele der Flüchtlingskinder können nicht schwimmen. Das wollen wir ändern“, sagt der Sportbeauftragte des Kreises, Jörg-Thomas Görl, der den Kurs zusammen mit FSJlern und der DLRG Guxhagen-Melsungen organisierte.

Die Jungen und Mädchen sind zwischen zehn und 13 Jahre alt. Damit sind sie über das Alter hinaus, in dem die Kinder in den Schulen automatisch Schwimmunterricht bekommen, sagt Görl.

„Viele Flüchtlingskinder können nicht schwimmen. Das wollen wir ändern.“

In den Grundschulen gebe es für die Drittklässler Schwimmkurse, um schwimmen zu lernen, berichtet er. Falls die Kinder, die nun aus fremden Ländern ankommen, in die vierte Klasse eingestuft werden, bekämen sie diese kostenlose Förderung nicht mehr. Auch Alana gehört dazu. Sie besucht die Grundschule in Körle in der vierten Klasse.

Es sei eher unwahrscheinlich, dass die Eltern die Kinder zu Schwimmkursen anmelden würden. Daher hatten die drei FSJler Sören Lange, Rica Wäscher und Jan Heimann die Idee zu dem Kurs. Teil des FSJ sei es, ein eigenes Projekt zu initiieren. Die drei jungen Menschen haben dafür sogar den Rettungschwimmer in Bronze gemacht.

Horst Lothar Knötig vom DLRG Guxhagen-Melsungen unterstützte sie und war auch beim Schwimmkurs dabei. Nach drei Tagen konnten einige Kinder bereits ohne Schwimmnudel kleine Strecken schwimmen.

Sollen schwimmen können

Wer nach den vier Tagen noch möchte, der könne an Knötigs montäglichen Schwimmkursen teilnehmen. Knötig vertritt die Auffassung, Kindern solange Schwimmunterricht zu geben, bis sie wirklich schwimmen können und nicht nur, bis die Stunden aufgebraucht sind. „Immer mehr Kinder können nicht schwimmen, die Todesrate steigt in diesem Bereich“, sagt Knötig. Ein Grund sei, dass immer mehr Schwimmbäder aus finanziellen Gründen schließen müssten.

Kurse sind überfüllt

Daher seien alle Kurse überfüllt. Deshalb sei es so wichtig, den Flüchtlingskindern diese Angebote zu machen. Sie hätten sonst wohl kaum eine Chance, schwimmen zu lernen.

Die FSJlerin Rica Wäscher verfolgte die Fortschritte der Mädchen, die sie unterrichtete. Am Ende der Woche sollten sie schwimmen können und vielleicht das Seepferdchen machen, so das Ziel. Das Schwimmen ist auch Teilhabe am sozialen Leben, sagt Kristina Görl, die beim Schwimmkurs mithalf.

Quelle: HNA

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