Projekt mit der Bahn: Ehepaar besuchte Fritzlar und Wabern

Fritzlar/Wabern. Marlis Jonas und Joachim Krueger kommen viel rum. Das Ehepaar aus Ludwigshafen hat sich eine Bahncard 100, eine Netzkarte der Deutschen Bahn, gekauft und erkundet nun die Republik.

Bahn-Zeit-Reise haben sie ihr Projekt getauft. Von Freunden und Bekannten haben sie sich Ideen geben lassen, um deren "Orte der Sehnsucht und Erinnerung" anzusteuern. Per Text und vor allem Foto halten sie ihre Erlebnisse und Eindrücke fest. Marlis Jonas ist Fotografin. So kamen Jonas und Krueger auch nach Fritzlar. Erste Station im Schwalm-Eder-Kreis war Wabern als Umsteigebahnhof mit 22 Minuten Aufenthalt. Begeistert hat sie die Zuckerrübengemeinde nicht. Joachim Krueger schreibt:

"Und alle Arten von Hässlichkeiten: Eine gelb gestrichene Kneipe als Flachbau klebt an einem Fachwerkhaus, Zäune aller Art. Und alles ziemlich ausgestorben. Es gibt immerhin ein Reisezentrum mit etwa sechs Stunden Öffnung am Tag in einem Container. Und hinter dem Bahnhof ragt mächtig die Zuckerfabrik empor."

Auch der Fritzlarer Bahnhof gefiel den Ludwigshafenern nicht besonders: Die Bahnhofssituation ist ähnlich öde wie in Wabern, aber es gibt noch einen Schalter der Kurhessenbahn im Gebäude. Die Stadt beeindruckte sie jedoch mehr:

"Wir machen uns sofort auf in die Altstadt, bevor es dunkel wird. Über den sehr schönen, von Fachwerkhäusern gesäumten Marktplatz gehen wir weiter am Rathaus vorbei zum Dom. Die Rathaustreppe erinnert mich an meine erste Hochzeit 1991."

Am nächsten Tag besuchten sie eine Messe im Dom, so wie es ihnen ihre Ideengeberin Christine Theuer-Neumaier empfohlen hatte: "Es ist recht besinnlich, das Mitsingen macht Spaß. Die Kirche nehme ich genauer wahr: erst jetzt bemerke ich, dass das linke Seitenschiff einachsig romanisch mit kleinen bunten Fenstern ist, das rechte zweiachsig gotisch mit großen Fenstern. Den verhüllten Altar müssen wir uns leider vorstellen, aber wir dürfen froh sein, dass der Dom überhaupt offen ist."

Nach einem malerischen Spaziergang zum Mühlengraben und zurück verlassen die Bahnreisenden Fritzlar wieder in Richtung Bad Wildungen. Auch dort sei es schön, aber nicht so schön wie in Fritzlar.

Die Texte und Fotos von Marlis Jonas und Joachim Krueger sind im Internet zu finden unter: www.bahn-zeit-reise.de

Quelle: HNA

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