Mit 1,3 Promille auf Tour - Verkehrswacht informiert in Fritzlar

Fritzlar. Wie es sich anfühlt, wenn man mit 1,3 Promille ein Auto oder ein Motorrad steuert, konnten Schüler der Friedrich Ebert-Schule in Fritzlar am Mittwoch erfahren. Natürlich wurde an der Schule nicht getrunken, vielmehr wurden die Effekte von Trunkenheit mit moderner Technik simuliert.

Ferdinand Hagenbach (Frankenberg) war mit acht Kollegen der Verkehrswacht war zur alljährlichen Informationsveranstaltung in die Schule gekommen.

Arnd Kriebel, Verkehrsobmann der Schule, hatte in Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht die Themenbereiche zur Aktion „Junge Fahrer“ zusammengestellt. Da gab es für die 18- bis 24-Jährigen Schüler Seh- und Reaktionstests, eine Alkoholsimulation mit Hilfe von Spezialbrillen, Fahrsimulatoren für Auto und Zweirad, einen Überschlagsimulator sowie einen Gurtschlitten. Dort erfuhren die Schüler am eigenen Leib, wie wichtig es ist, angegurtet zu fahren. Bereits bei geringer Geschwindigkeit wird man mit großer Wucht in die Gurte gepresst.

Fabrice Eglin beispielsweise empfand das abrupte Abbremsen des Schlittens bei nur zehn Stundenkilometern als heftig. Der junge Mann hat seit zwei Jahren den Führerschein und, wie er erzählte, zum Glück noch keine Situation erlebt, bei der er in die Gute gedrückt wurde.

Beeindruckt waren die Schüler auch vom Überschlagsimulator, in dem sie in einem Auto auf den Kopf gestellt und unter den Anweisungen der Experten aus dem Fahrzeug aussteigen sollten.

Mit Alkohol auf der Straße

Eine simulierte Vollrauschfahrt mit dem Auto und dem Motorrad über die Landstraße gab es dann in den Fahrsimulatoren zu erleben. Während sich Dennis Mwangi auf dem Zweirad abmühte, den Kurs zu halten, absolvierte Alexander Neumann aus Borken mit dem Auto eine simulierte Alkoholfahrt. Der junge Mann, der seit September des vergangenen Jahres den Führerschein hat, bezeichnete die Fahrt als schwammig und staunter über die enorm verzögerten Reaktionen beim Lenken und Bremsen.

Mit einer Rauschbrille auf der Nase, die starken Alkoholgenuss simulierte, wagte sich HNA-Praktikant Marcel Schmidt auf den Parcours. Gefordert war, zu Fuß den Linien zu folgen, ein Stück rückwärts zu gehen und am Ende einige Gegenstände zu fangen. Fazit von Matthias Hübner von der Verkehrswacht: „Der Kandidat ist durchgefallen.“

Verwundert stellten die Mitarbeiter der Verkehrswacht fest, dass beim Sehtest vier Schüler durchfielen. Unglaublich sei das, denn alle vier hätten bei einem Optiker den für den Führerschein erforderlichen Test bestanden.

Quelle: HNA

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