Gemeinsame Aktion hessischer Frauenhäuser und Bäckerinnerung gegen Gewalt

Protest auf 36 000 Tüten 

Gewalt kommt mir nicht in die Tüte: von links Frauenbeauftragte Trudi Michelsen, Vorsitzende des Frauennetzwerks Sabine Stagneth, Obermeister Günter Gronowski, Landrat Frank-Martin Neupärtl, Vorstandsmitglied Günter Schwarz und Vera Motl-Stritter, Leiterin des Frauenhauses. Foto: Scholz/nh

Schwalm-Eder. „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“, steht in roten Buchstaben auf den Tüten in denen leckere Frühstücksbrötchen liegen. Die Bäckerinnung Schwalm-Eder unterstützt damit eine Aktion der hessischen Frauenbüros, die vom 20. bis 27. November laufen wird.

Die Idee, auf Brötchentüten gegen häusliche Gewalt zu protestieren, stieß bei den Innungsbetrieben auf offene Ohren, sagt die Kreisfrauenbeauftragte Trudi Michelsen. Jeder der 36 Innungsbetriebe startet mit je 1000 Tüten in die Aktion. Dazu kommen Nachbestellungen der Bäckereien. Die Wahl fiel auf die Bäckerläden, weil es sie noch in fast allen Gemeinden des Landreises gibt. Damit würde die Botschaft in allen Haushalte landen, sagt Michelsen. Dazu kommt, dass während der Aktionswoche in den Läden Informationsstände aufgebaut und Plakate aufgehängt werden.

Doch bei aller Offenheit der Bäcker sei klar gewesen, dass es keine Mehrkosten für die Brötchentüten geben soll, berichtet die Frauenbeauftragte. Eigentlich hätten die Organisatoren auch jene Betriebe aufnehmen wollen, die nicht in der Innung organisiert sind, doch dafür sei die Zeit zu knapp geworden. Das Fazit von Michelsen: „Die Zusammenarbeit bei diesem Thema, das alle angeht, war positiv.“

Frauen sind meist die Opfer

Mit der Aktion soll nicht nur auf die häusliche Gewalt aufmerksam gemacht werden. Auf der Rückseite der Tüte gibt es eine Liste mit Telefonnummern, an die man sich im Falle häuslicher Gewalt wenden kann. Denn sie ist nach Darstellung der Frauenbeauftragten die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen und Kindern – ganz unabhängig von Einkommen, Alter und der Religionszugehörigkeit. In fast 90 Prozent der Fälle sind Frauen die Opfer. Das belegten auch Zahlen im Landkreis. Dort fanden im vergangenen Jahr 69 Frauen mit 72 Kindern Schutz im Frauenhaus; 390 Frauen kamen in die Interventions- und Beratungsstelle der Arbeiterwohlfahrt.

Unterstützt wird die Aktion von Landrat Frank-Martin Neupärtl, der Bäcker-Innung Schwalm-Eder sowie dem Verein Frauennetzwerk, dem Frauenhaus und der Interventionsstelle der Arbeiterwohlfahrt Schwalm-Eder. (ras)

Quelle: HNA

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