Initiative sieht Gefahr einer Überfremdung

Protest gegen neues Asylheim in Homberg

Homberg. Es regt sich Protest gegen die Pläne für eine Erstaufnahmestelle für Asylbewerber im früheren Kreiskrankenhaus in Homberg. Bis zu 400 Asylsuchende sollen in die leer stehende Klinik einziehen.

Das teilten Landrat Frank-Martin Neupärtl und das Regierungspräsidium Gießen kürzlich mit. Der RP dort ist hessenweit zuständig für die erste Aufnahme Asylsuchender.

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Montagnachmittag unterzeichneten 49 Homberger einen Brief an Bürgermeister Martin Wagner. Darin fordern sie ihn dazu auf, umgehend sämtliche Maßnahmen zu ergreifen, um das Durchgangslager zu verhindern. „Mit Befremden haben wir festgestellt, dass Sie in der Stadtverordnetenversammlung zu diesem Thema geschwiegen und entsprechende Magistratsbeschlüsse absichtlich nicht umgesetzt haben“, heißt es in dem Schreiben.

So viele Asylsuchende seien für die Homberger, insbesondere die Einwohner im Osterbach, am Schlossberg und in der Kernstadt, nicht zu verkraften. Man sei an einer sachlichen und von Respekt getragenen Auseinandersetzung interessiert, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiative. „Sehr wohl ist uns bekannt, dass Asylsuchende und Flüchtlinge unendliches Leid ertragen müssen, auch müssen diese Menschen verantwortlich untergebracht werden“, teilen sie mit und fragen zugleich: „Sind die Homberger dafür verantwortlich, dass diese Menschen in solcher Anzahl untergebracht werden?“

Integration und Zusammenleben seien zudem gänzlich unmöglich, weil es sich um ein Durchgangslanger handele. „Gegen 50 Personen hat niemand etwas, aber 400 sind zu viel für unsere Stadt“, sagte Jutta Blau. „Diese Entscheidung ist über Nacht gefallen, wir wurden nicht informiert und auch nicht gefragt. Wir fühlen uns von der Politik allein gelassen“, sagt sie und erklärt, dass es bei dem Protest nicht um „Rassenfeindlichkeit“ gehe.

Es sei die Ungewissheit, die für Angst sorge. „Keiner weiß, wie die Menschen dort leben sollen und auch nicht, wie sie betreut werden.“ Die Gefahr einer Überfremdung bestehe und damit wachse die Sorge vor der Radikalisierung der Gesellschaft. „Die Menschen müssen auch menschenwürdig untergebracht werden“, fügt sie an. Man sei bereit, Flüchtlinge aufzunehmen, aber nicht in einer solchen Masse und nicht so nahe an einem Wohngebiet. „Homberg hat schon so viel verloren und bekommt dafür nur Negatives“, so Blau. (may)

Quelle: HNA

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