Kultusministerin Henzler zu Schulämter-Schließung: "Müssen effektiver werden"

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Ein ganzer Protestkorb: Mehr als 7000 Unterschriften für das Fritzlarer Schulamt nahm Ministerin Dorothea Henzler von Ulrike Tönges (Kreiselternbeirat Waldeck-Frankenberg) und Dieter Schorer ( Kreiselternbeirat Schwalm-Eder, von links) entgegen.

Schwalm-Eder. Mehr als 7000 Unterschriften haben die Kreiselternbeiräte Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg am Freitag in Fritzlar an Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) überreicht. Im Interview spricht sie über die Proteste und die Sorgen der Eltern.

Frau Henzler, Sie haben gerade einen Stapel Unterschriften für den Erhalt des Schulamtes Fritzlar erhalten. Beeindrucken Sie die Proteste?

Henzler: Selbstverständlich beeindruckt mich das, weil es auch zeigt, wie gut das Staatliche Schulamt in Fritzlar arbeitet. Und es zeigt, wie engagiert Eltern für gute Bildungschancen ihrer Kinder sind.

Können Sie die Bedenken gegen eine Zentralisierung der Schulämter verstehen?

Henzler: Ich kann verstehen, dass Schulen sagen: Wir wollen einen möglichst kurzen Weg zum Schulamt haben, um Probleme direkt vor Ort klären zu können. Trotzdem muss ich sagen, es ist uns vom Landesrechnungshof aufgegeben, die Bildungsverwaltung auf den Prüfstand zu stellen und zu schauen, was man effektiver und besser machen kann.

Es ist aber nicht nur der Spardruck. Die Verwaltung muss sich auch neuen Schulformen und neuen Schulideen anpassen. Die Überlegungen sind noch nicht abgeschlossen, und erst am Ende steht die Standortfrage.

Ist denn überhaupt denkbar, vier oder fünf Landkreise von einem Schulamt verwalten zu lassen?

Henzler: Wir hatten mal Schulabteilungen bei den drei Regierungspräsidien mit kleinen Außenstandorten im Land. Wir überprüfen jetzt die Strukturen, und es ist natürlich auch ein Unterschied, ob ein Schulamt in der Stadt oder auf dem Land ist.

Ich kann die Beunruhigung der Mitarbeiter verstehen und bitte um Geduld. Wir machen uns die Sache nicht einfach und überlegen sehr gründlich. Deswegen dauert es seine Zeit.

Wann wird öffentlich klar sein, welche Schulämter geschlossen werden?

Henzler: Es ist überhaupt noch nicht klar, ob Schulämter geschlossen werden. Und wann wir mit dieser Prüfung fertig sind, kann ich jetzt noch nicht absehen.

Sie sind vor allem in Fritzlar, um die König-Heinrich-Schule als Europaschule zu besuchen. Was hat Sie beeindruckt?

Henzler: Ich habe hier Stationenlernen in Physik Klasse 11 und Englisch Klasse 10 gesehen, und das auf einem sehr hohem Niveau. Das ist ein moderner Unterricht, wie ich ihn mir an vielen anderen Schulen auch wünsche.

Die KHS ist auch sehr weit, was Selbständigkeit angeht. Hier wird die Idee, den Schulen mehr Freiheit zu geben, wirklich gelebt.

Wird das Modell Europaschulen also so weiter laufen?

Henzler: Die 34 Europaschulen, die wir im Land haben, machen eine gute Arbeit und sind Vorbild für andere. Das soll es auch weiterhin geben.

Quelle: HNA

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