Mehr Brände in Felsberg: Zahl der Einsätze um fast 70 Prozent gestiegen

+
Großbrand: Im Oktober 2013 war in einer Schreinerei in Melgershausen ein Feuer ausgebrochen. Es war einer von 25 Einsätzen der Felsberger Feuerwehren im vergangenen Jahr.

Felsberg. Die Zahl der Brandeinsätze hat in Felsberg um fast 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Das berichtete Stadtbrandinspektor Klaus Siemon bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Felsberger Feuerwehren.

Unter den insgesamt 25 Einsätzen 2013 waren auch zwei Großbrände, bei denen alle Einsatzabteilungen eingesetzt werden mussten. Das habe sich auch enorm auf die Anzahl der Einsätze mit Atemschutz ausgewirkt. Bei elf Brandeinsätzen wurden 84 Atemschutzgeräte eingesetzt, 2008 waren es noch 15.

Bert Kniest, Leiter des Atemschutzes, wies auf Probleme hin, die sich bei der Überprüfung der Atemschutzwerkstatt durch den Prüfdienst ergeben haben. Eine wöchentliche Desinfektion der Atemschutzwerkstatt sei in Felsberg nicht möglich und auch die Raumgröße wurde bemängelt. Daher werden die Geräte seit Herbst im neuen Melsunger Feuerwehrstützpunkt geprüft, gereinigt und desinfiziert. Die Anzahl der einsatzfähigen Atemschutzgeräteträger konnte im Jahr 2013 um zehn auf 64 gesteigert werden.

Siemon ging in seinem Bericht auch auf anstehende Probleme ein. Der Feuerwehr Bedarfs- und Entwicklungsplan wurde von den politischen Gremien noch nicht verabschiedet, was dazu führe, dass zurzeit keine Bezuschussungsanträge für Fahrzeuge und Um- und Neubauten gestellt werden können.

Seit längerer Zeit sei auch kein Feuerwehrsachbearbeiter bei der Verwaltung für das Brandschutzwesen zuständig. Diese Arbeiten müssten vom Stadtbrandinspektor erledigt werden, was zu einer enormen Arbeitsbelastung führe.

In den kommenden Wochen werde mit der Schulung für den Digitalfunk begonnen, die Handfunkgeräte seien schon geliefert worden. Der Ausbildungsstand ist gut. Felsberg gehöre zu den Kommunen im Schwalm-Eder-Kreis, die die meisten Lehrgangsbesuche im Vorjahr hatte. Stadtjugendfeuerwehrwart Thomas Schreiner und sein Team haben für die 123 Jungen und Mädchen in den zehn Jugendfeuerwehren für 2014 ein ansprechendes Programm zusammengestellt. Kinobesuche, Bundes-, Kreis- und Stadtzeltlager, Löschzugausbildung und die Winterwanderung sind die herausragenden Ereignisse.

Kreisbrandmeister Frank Jacob bescheinigte den Felsberger Feuerwehren einen hohen Stellenwert im Brandschutzkonzept des Schwalm-Eder-Kreises. Er gab aber auch zu bedenken, dass die Bewohner qualifizierte Hilfe von den Feuerwehrleuten erwarten. Trotz hoher Anerkennung der Feuerwehren fehle der personelle Zulauf. Daher seien die Wehren aufgerufen, ihre Arbeit attraktiv zu gestalten und auch für junge Menschen interessant zu machen.

Klaus Siemon berichtete, dass die Zahl der aktiven Feuerwehrleute um zehn auf insgesamt 283 Personen angestiegen sei. Trotzdem müsse weiter an der Gewinnung von Aktiven gearbeitet werden, denn einige Einsatzabteilungen hätten enormen Personalmangel. Sorgen machen auch die Zahlen bei den Jugendfeuerwehren. Dort gab es einen Rückgang um fünf auf jetzt 39 Mädchen und 84 Jungen. Bei den Kindergruppen ist ein Anstieg um fünf Mitglieder auf insgesamt 79 zu verzeichnen.

Von Helmut Wenderoth

Quelle: HNA

Kommentare