Prozess vor dem Landgericht Kassel: Frau soll Verwandten getötet haben

Kassel/Guxhagen. Eine 61 Jahre alte Frau muss sich seit Montag vor dem Landgericht Kassel verantworten, weil sie einen von ihr betreuten Verwandten umgebracht haben soll.

Aktualisiert um 15.30 Uhr

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, im November 2010 im nordhessischen Guxhagen unter anderem mit einem Küchenmesser auf den 83 Jahre alten Cousin ihrer Mutter eingestochen zu haben. Zudem soll sie versucht haben, das Haus des Mannes niederzubrennen, um das Verbrechen zu vertuschen. Deshalb ist sie nicht nur wegen Totschlags, sondern auch wegen versuchter Brandstiftung angeklagt.

Zum Tatvorwurf äußerte sich die Angeklagte beim Prozessauftakt nicht. „Onkel Walter war einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Wir haben immer ein gutes Verhältnis gehabt“, sagte die Angeklagte. Sie habe für den 83-Jährigen über Jahre den Haushalt und den Garten gemacht oder eingekauft. Auf Nachfragen des Richters gab sie mehrfach an, sich nicht mehr erinnern zu können.

Laut Anklage soll die Frau das Konto des gehbehinderten Seniors, für das sie eine Bankvollmacht hatte, nach und nach geplündert haben, unter anderem, um davon Alkohol zu kaufen. Der Rentner sei immer über den Kontostand informiert gewesen, betonte dagegen die Frau. „Er hat immer gesagt: „Wir schaffen das schon." Der Mann hatte die 61-Jährige in seinem Testament als Erbin seines Hauses eingesetzt.

Am Tattag soll die Frau aus Zierenberg im Landkreis Kassel laut Anklage mit einem Kerzenständer auf ihren Verwandten eingeschlagen und mit einem Küchenmesser auf ihn eingestochen zu haben. Der alte Mann erlitt dabei massive Kopfverletzungen, an denen er starb, wie die Obduktion ergab. Im Anschluss soll die 61-Jährige an verschiedenen Stellen im Haus Lappen und Zeitungen angesteckt haben, es entstanden jedoch lediglich Schwelbrände.

Bis Anfang März 2012 sind zunächst neun weitere Verhandlungstermine angesetzt. (dpa/dob)

Quelle: HNA

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