Haft und Sicherungsverwahrung für Wolfhager

"Gerechte Strafe kann es nicht geben": Kommentar zum Urteil gegen Kinderschänder

Erst zwölf Jahre Haft, dann für unbestimmte Zeit Sicherungsverwahrung: So lautet das Urteil gegen den ehemaligen Leiter des Einwohnermeldeamts von Wolfhagen, der über fast 20 Jahre hinweg immer wieder kleine Mädchen sexuell missbraucht hat. Zum Urteil ein Kommentar von HNA-Redakteur Nicolai Ulbrich:

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Viele, die den Prozess wegen sexuellen Missbrauchs in den vergangenen Wochen verfolgt haben, mussten angesichts der erschreckenden Details zum sexuellen Missbrauch an Kindern in 177 Fällen mehrfach mit der Fassung ringen. Fast 20 Jahre lang verging sich der 55-Jährige immer wieder an Kindern, teilweise im Alter von wenigen Jahren.

Bei der Aufzählung der Taten und des jeweiligen Zeitraums des Martyriums für die Opfer fühlte sich mancher Beobachter wohl wie in einem Gruselfilm. Dass der zweifelsfrei besonnene Richter Jürgen Dreyer im Bezug auf die Video- und Filmdateien auch noch von Details „widerwärtigster Natur“ sprach, macht die Dimension der krankhaften Neigung des 55-Jährigen besonders deutlich.

Daher ist die zwölfjährige Haftstrafe samt anschließender Sicherungsverwahrung das richtige Strafmaß. Eine „gerechte“ Strafe ist nach Bewertung aller perfiden Fakten ohnehin kaum möglich. Auch das zugesprochene Schmerzensgeld wird das seelische Leid für die Opfer in keiner Weise lindern. uli@hna.de

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Quelle: HNA

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