Zeugenaussagen entlasten den Angeklagten

Prozess: Schulden oder Schutzgeld

Schwalm-Eder. Der Fall des Gemüsehändlers, der im vergangenen Jahr Opfer einer Schutzgelderpressung und eines tätlichen Angriffs am Frankfurter Großmarkt gewesen sein soll, wurde am Freitag vor dem Amtsgericht Marburg fortgesetzt. Zu einem Urteil kam es allerdings nicht.

Dem Angeklagten war vorgeworfen worden, das vermeintliche Opfer zunächst telefonisch bedroht und zur Zahlung von monatlich 250 Euro aufgefordert zu haben. Daraufhin soll er seiner Forderung in einem Cafe und vor einem Restaurant in Stadtallendorf persönlich Nachdruck verliehen haben.

Wenige Tage darauf habe er das Opfer auf dem Gelände des Frankfurter Großmarkts angegriffen. Nachdem die Aussagen des Gemüselieferanten, der auch Kunden im Schwalm-Eder-Kreis beliefert, am ersten Prozesstag für erhebliche Verwirrung bei den Prozessbeteiligten sorgten, brachte die jüngste Sitzung eine Wendung.

Es könnte auch sein, dass der Angeklagte Schulden bei seinem vermeintlichen Opfer eintreiben wollte. Denn der 31-jährige Chef und Neffe des Gemüsehändlers gab zu Protokoll, das sein Onkel Schulden beim Bruder des Angeklagten hatte. Er habe sie für seinen Onkel beglichen, da er den Bruder des Angeklagten vom Fußballspielen kenne.

Der Bruder des Angeklagten bestätigte dies. Er sprach darüber hinaus aber von weiteren 600 Euro, die das vermeintliche Opfer ihm geschuldet habe. Sein Bruder soll ihn gebeten haben, dem Opfer das Geld zu geben.

Der Bruder des Angeklagten bestätige, dass dieser zur Zeit des tätlichen Angriffs in Frankfurt gewesen sei. Er habe das Opfer dort „zufällig getroffen“, berichtete der Bruder.

Die Aussage eines weiteren Zeugen steht noch aus. Das Urteil wird für Mitte März erwartet. (tlx)

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

Kommentare