Prozession in Naumburg: Mit Himmel und Monstranz durch die Stadt

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Unterm Himmel, dem Stoffbaldachin, auf dem Weg zur Kirche: Stadtpfarrer Johannes Kowal trägt die Monstranz, vor ihm geht Geistlicher Rat Ulrich Trzeciok. Knapp 300 Gemeindemitglieder beteiligten sich an der Prozession.

Naumburg. Es ist das am aufwändigsten vorbereitete Hochfest im Jahreslauf der Naumburger Katholiken: Fronleichnam. Schon am Vorabend werden die Straßen, durch die am Festtag die Gläubigen ziehen werden, von den Anwohnern mit frisch geschnittenen Laubgehölzen geschmückt.

Am Feiertag werden zu den vier großen Altären, an denen die Gläubigen Station machen werden, auch noch viele kleinere Altäre vor den Häusern aufgebaut.

Ebenfalls am Vorabend erledigen die Mitglieder der Frauengemeinschaft St. Elisabeth Vorarbeiten für den großen Blütenteppich am Treppenaufgang vom Marktplatz zum Altar vor der Kirche. In diesem Jahr waren die Frauen am Feiertag bereits ab 6 Uhr wieder aktiv und stellten das florale Kunstwerk mit viel Geschick und Erfahrung bis zum Beginn des Gottesdienstes um 9 Uhr fertig.

Vier Außenaltäre

Nach dem Hochamt machten sich die Gläubigen auf den Weg von der Stadtpfarrkirche durch die Straße Im Kloster zum ersten der vier großen Außenaltäre, der sich traditionell im Alten Hagen vor dem Haus Kramer befindet. Dabei steht die Monstranz mit einer Hostie, dem „Allerheiligsten“, im Mittelpunkt. Die Monstranz und der sie tragende Priester wird dabei von einem von vier Männern getragenen Baldachin, dem sogenannten Himmel, beschirmt. Zelebranten waren in diesem Jahr Stadtpfarrer Johannes Kowal und sein Vorgänger, Geistlicher Rat Ulrich Trzeciok.

Durch den Alten Hagen führte der Weg zu den Außenaltären an der Unteren Straße (Haus May und Haus Schmandt), dann über die Dielenhennstraße und die Burgstraße zurück zur Kirche. Auch am dortigen vierten Außenaltar wurde ein Abschnitt aus dem Evangelium vorgetragen, Fürbitten gesprochen und der Segen erteilt.

Beiern im Kirchturm

Musikalisch begleitet wurde die Prozession von der Naumburger Stadtkapelle und dem Chor Naumburger TonArt. Außerdem war an diesem Tag eine alte Naumburger Besonderheit hören: das Beiern. Hierbei wird zum normalen Geläut mit einem Hammer ein überlieferter Rhythmus auf den Rand einer Glocke geschlagen. Auch in diesem Jahr hatte Anton Rabanus den Part des Perkussionisten übernommen.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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