Neue Anlaufstelle für Betreuung und Therapie in Homberg

Neue Anlaufstelle für Betreuung und Therapie in Homberg

Sie sind die Ansprechpartner: Das Team des Psychosozialen Zentrums in Homberg mit vorne von links Karl-Otto Cyriax (Geschäftsführer), Ute Bachmann (Ergotherapeutin), Silke Entzeroth (Leitung Tagesstätte), Tina Schmidt, Julia Hrycak (Sozialpädagoginnen), Monika Ehrhardt-Müller (Verwaltung), Franziska Henkel (Auszubildende) sowie hinten Jan Urbanek (Erzieher), Martina Tiller und Ines Imkeller (Sozialpädagoginnen). Foto: Mangold

Homberg. Menschen mit psychischen Erkrankungen finden jetzt auch in Homberg eine Anlaufstelle. „Wir wollten einen weißen Fleck beseitigen“, sagte Geschäftsführer Karl-Otto Cyriax bei der Eröffnung eines neuen Standortes des Psychosozialen Zentrums (PSZ) Schwalm-Eder Nord.

Auf dem Gelände der früheren Schuhfabrik am Memelweg steht nun das neue Gebäude mit Tagesstätte und Büroräumen.

In Kooperation mit dem Oikos-Sozialzentrum in Schwalmstadt wurden die bisherigen Standorte des PSZ Schwalm-Eder Nord in Melsungen und Fritzlar um ein teilstationäres Angebot für psychisch kranke Menschen in der Mitte des Schwalm-Eder-Kreises erweitert.

„Wir wollten einen weißen Fleck beseitigen.“

Durch Häuser mit teilstationären Angebote könnten stationäre Behandlungen vermieden werden, sagte Frank Nikutta, Regionalmanager des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) Hessen.

Insgesamt gebe es nun 55 Plätze an vier Standorten im Schwalm-Eder-Kreis. Für die Ausstattung der Tagesstätte in Homberg gab der Landeswohlfahrtsverband 16 600 Euro dazu. Den gleichen Betrag übernahm auch der Landkreis.

Den Löwenanteil der Baukosten (800 000 Euro) trägt der Eigentümer PSZ Schwalm-Eder-Nord mit Unterstützung durch die „Aktion Mensch“.

In dem modernen Gebäude befindet sich eine Tagesstätte mit einem großen Gruppen- und Speisesaal, eine Werkstatt für das Arbeiten mit Holz, Metall und anderen Materialien, ein Kreativraum für Ergotherapie, einem Ruheraum sowie Personalräume und eine Küche.

Auch die Büros für die Verwaltung der Zentren, das Betreute Wohnen, das Begleitete Wohnen in Familien (BWF), die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (KISS) sowie eine Beratungsstelle sind mit unter einem Dach.

Geplant ist auch die Einbeziehung des Gartens in das Angebot der Tagesstätte, beispielsweise durch therapeutisch angewandte Gartenarbeit.

14 Plätze gibt es, acht davon sind bereits belegt. „Das ist ein Novum für eine Tagesstätte, das ist toll, die meisten haben lange Wartelisten“, freute sich Leiterin Silke Entzeroth über das gute Angebot.

Außerdem biete die Tagesstätte jeden Mittwoch ein offenes Café von 14 Uhr bis 16 Uhr an. Eingeladen seien alle Menschen, die psychische Erkrankungen haben und in Kontakt zu anderen kommen möchten, ohne dass die Krankheit im Vordergrund stehe, sagte Entzeroth. Damit solle die Tagesstätte auch ein Treffpunkt für Homberger und Menschen aus der Umgebung sein.

Die Räume laden dazu ein: Die Wände sind in Gelb, Rot, Grün und Weiß gestrichen, die vielen Fenster mit bunten Gardinen bestückt; die Innenausstattung zeigt Liebe zum Detail, wie beispielsweise eine alte Uhr an der Wand der Teeküche, die aus der Schuhfabrik übrig geblieben ist.

Quelle: HNA

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