Kunstschau in der Stadtsparkasse: Noltes humorvolle Bilder übers Altwerden

Pure Lebensfreude im Pinsel

Hielt die Laudatio: Elke Therre-Staal gab einen Einblick in die Bilderwelten der Künstlerin Ilona Nolte. Foto: Rose

Treysa. Ilona Nolte möchte zum Träumen anregen. „Und damit eine oft verborgene Saite unserer Seele zum Schwingen bringen“, sagt Elke Therre-Staal. Die Therapeutin und Malerin hielt am Montagabend die Laudatio zur Ausstellung „Verrückte Alte voller Lebenslust“ der Künstlerin Ilona Nolte aus Marburg. Ihre Bilder sind aktuell im Schalterraum der Stadtsparkasse in Treysa zu sehen. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Verein Gemeinsam ins Alter.

Dass Nolte die Saite mit a schreibt, falle auf: „Sie erlebt die Seele wie ein Musikinstrument, dessen Saiten klingen möchten, wenn wir es in die Hand nehmen“, verdeutlicht Therre-Staal. Ilona Nolte meine zu ihren Bildern, dass der Betrachter angeregt werden solle, sich bewusst zu machen, dass die Welt um uns herum wirklich traumhaft fabenfroh sein kann.

Die Künstlerin stellt dar, was sie sehe: Gesichter, Menschen in Bewegung, lachend, konzentriert, beim Sport, beim Stricken, in der Sauna. Mit sicherer Hand beherrscht sie Perspektive, Räumlichkeit Fülle in Speckfalten, in Lachfalten, in Gestik und Mimik. Noltes Bilder regten zum Träumen an, weil sie Momente festhalte, die im zeitlichen Ablauf nur Augenblicke festhalte, die aber im Bild etwas Bleibendes bekämen – „und damit Geschichten erzählen“. Dann werde das Träumen zum Tagträumen, zum Weiterspinnen, zum Hineingehen in das Bild, zur Teilhabe am Geschehen.

Das sinnliche Erleben werde von Ilona Nolte mithilfe der Farben überzeugend vermittelt. Die Künstlerin lenke damit wieder vom Äußeren zurück ins innere Erleben. Auch male sie mit Humor, jedoch ohne plakativ zu sein. „Da ist das Hintergründige, das jedem guten Humor eigen ist. Das Wissen um die Vergänglichkeit“, erklärt Therre-Staal. Nolte sei auf liebevolle Weise ironisch. Die strickenden Frauen, die Chorsängerinnen – sie alle kämen aus ihrem Leben, das nichts Spektakuläres habe. „Aber sie sind auf ihre Weise Lebenskünstlerinnen, in den Gesichtern von ihrem Leben gezeichnet, haben sie sich nicht entmutigen lassen“, sagt die Laudatorin.

Doppelkinn, dicker Bauch

Weibliche Fülle, ein Doppelkinn, einen Specknacken, hängende Brüste und dicke Bäuche male Nolte mit einem Pinsel wie ein Streicheln. „Ihre Bilder sind beseelt – unser Angerührtsein, unsere Freude, unser Bedürfnis, mit zu lachen, sind Beweise dafür.“

Zur Bilderschau war Flötenmusik zu hören – selbstverständlich von einer Gruppe Frauen über 60 Jahre. Die Künstlerin selbst konnte wegen eines Trauerfalls nicht zur Eröffnung kommen. (zsr) • Zu sehen sind die Bilder zu den Öffnungszeiten der Bank noch bis zum 13. Dezember

Quelle: HNA

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