An der Erich-Kästner-Schule

Putzen gegen Rechts: Schüler entfernen Nazi-Symbole von Bänken

Fleißig am Putzen: hintere Reihe von links Korbinian Hepe (15), Lehrerin Heike Hoffmann (48), Tobias Freistein (15), Sebastian Strate (16), Dominique Bernhardt (16), Luisa Rohde (16), vordere Reihe von links Morice Heimel (16) und Nico Beinhauer (15).

Homberg. Noch sind Ferien und dennoch sind einige Schüler auf dem Schulhof der Erich-Kästner-Schule. Sie sind aber nicht dort, um Strafarbeiten abzusitzen oder einfach nur abzuhängen. Sie bekämpfen den Rechtsextremismus an ihrer Schule – und zwar mit Schwamm und Schmirgelpapier.

Sieben Schüler der Klasse 10Ra haben beschlossen, die Nazi-Symbole, die an viele Stellen in ihrer Schule geschmiert wurden, zu entfernen. Entstanden ist die Idee zu diesem freiwilligen Projekt als Reaktion auf eine Ausstellung der Initiative „Gewalt geht nicht!“. Auf 25 Stellwänden schildert das Projekt des Schwalm-Eder-Kreises die Thematik des Rechtsextremismus und erklärt verschiedene Symbole und Codes, die von rechten Gruppen benutzt werden. Dass es mehr als nur das Hakenkreuz und das SS-Zeichen gibt, war vielen Schülern nicht bewusst. „Wir haben viele der gezeigten Symbole gar nicht gekannt,“ sagt Schüler Korbinian Hepe. „Erst nach der Ausstellung ist uns aufgefallen, dass sie an vielen Stellen in der Schule hingeschmiert wurden.“

Etwas unternehmen

In einer Feedbackrunde zur Ausstellung hat die Klasse gemeinsam entschieden, etwas gegen die Rechten-Schmierereien zu unternehmen. In den Schulferien haben sie begonnen Stuhlreihen abzumontieren, auf den Schulhof zu tragen, dort abzuschleifen und neu zu streichen. Ihre Klassenlehrerin Heike Hoffmann ist von dem Engagement ihrer Schüler begeistert. „Ich finde es toll was sie hier leisten und dass sie ihre Freizeit dafür opfern. Vielleicht nehmen sich noch andere Schüler ein Beispiel an ihrem Einsatz.“

Stephan Bürger, Projektleiter von „Gewalt geht nicht!“ findet die Reaktion der Erich-Kästner-Schüler großartig. „Die Jugendlichen nehmen sich die Informationen der Ausstellung nicht nur zu Herzen, sie wenden ihr Wissen aktiv an und befreien die Schule von den rechtsextremen Symbolen.“ Davon gebe es schließlich mehr als man denkt.

Bei den rechten Symbolen existieren viele, von denen die EKS-Schüler sagten, dass sie nicht wussten, dass es Nazi-Zeichen seien. „Oft nehmen rechte Gruppen Symbole aus anderen Kulturen und belegen sie mit ihren eigenen Wertvorstellungen“, erklärt Bürger.

Von Benjamin Kling

Quelle: HNA

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