Quadfahren: Lernen durch Herantasten

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Organisierten das Quadtreffen: Mehr als 70 Quadfahrer kamen zum Treffen der Raptor Community. Einen Zwischenstopp gab es am Samstag an der Kugelsburg Volkmarsen. Mit dabei waren auch Markus Barton (links), Tobias Turnwald (rechts auf dem Quad) und Heiko Debus (mit Weste). 

Wolfhager Land. Mehr als 70 Quadfahrer aus ganz Deutschland trafen sich am Wochenende zum Saisonabschluss in der Region. Rund um Eder-, Twiste- und Diemelsee waren sie unterwegs.

An der Kugelsburg in Volkmarsen legten sie am Samstag einen Zwischenstopp ein - und wollten dort mit Vorurteilen zum Thema Quad aufräumen. Im Juli berichtete die HNA Wolfhagen über die Gefahren des Quadfahrens, nachdem ein 58-Jähriger beim Fahren mit seinem Gefährt am Isthaberg gestorben war. Markus Barton aus Oberelsungen, einer der Organisatoren des Quadtreffens, stellte am Wochenende klar: „Quadfahren ist nicht gefährlicher als Motorradfahren.“ Jedoch sei es wichtig, ein gutes Quad zu kaufen und es für das Fahren auf der Straße entsprechend umzurüsten.

Es sei richtig, dass die Lenkung beim Quad sehr direkt sei und dass es kein Differential gebe, sagt der 40-Jährige. Hier sei Übung gefragt. „Man lernt es durch Herantasten“, sagt er. 51 PS haben die meisten der Quads der Gruppe. In der Beschleunigung seien sie schnell, sagt Barton. Am Ende stünden rund 130 Stundenkilometer auf dem Tacho. Damit alle in der Gruppe richtig lernen, damit umzugehen, geben sie sich gegenseitig Hilfestellung. Gibt es Ausfahrten, fahren die Anfänger gemeinsam in einer Gruppe, damit sie sich durch diejenigen, die schneller unterwegs sind, nicht gehetzt fühlen. Kurse, in denen man das Quadfahren richtig lerne, gebe es nicht.

Die Quads, mit denen die Teilnehmer des Treffens zumeist fahren, sind von Yamaha und nennen sich Raptor. Für die Fans eine „Premiummarke“. Dennoch müssen die Fahrzeuge noch umgebaut werden, bevor sie auf die Straße dürfen. Sie werden tiefer gelegt, damit der Schwerpunkt des Quads tiefer liegt, und breiter gezogen, damit es insgesamt stabiler ist. Auch Licht und Blinker müssen nachträglich eingebaut werden. Mindestens 5000 Euro koste das. Doch auch wenn das ein teures Vergnügen ist, raten sie vom Kauf von „billig produzierten Quads aus China ab“, sagt Tobis Turnwald aus Frankenberg. Die teureren seien deutlich besser.

Sind die Flitzer einmal umgebaut, werden sie von der sogenannten Raptor Community ausschließlich auf der Straße gefahren, nicht im Gelände. Unfälle kommen hin und wieder vor. Markus Barton hatte noch keinen, Tobias Turnwald ist mal in einer Kurve vom Quad gefallen. Es hatte geregnet, er war zu schnell und zog sich ein paar Schürfwunden zu. „Das war ein Anfängerfehler und daraus habe ich gelernt.“ 

Quelle: HNA

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