Rabatz vor dem Ruhesitz

Containerdienst vor der Haustür: Senioren ärgern sich über Krach

Trügerische Idylle: Blicken sie von ihrem Balkon, dann haben die Bewohner der Senioren-Residenz-Papillon und auch weitere Anlieger nicht nur den Blick auf die Hohenburg, sondern auch auf den Betriebshof des Containerdienstes von Michael Grede. Foto: Yüce

Homberg. In Ruhe und in einer idyllischen Umgebung wollten sie ihren Lebensabend verbringen. Die idyllische Wohngegend haben sie in Homberg gefunden. Nur auf ihren Balkon gehen einige der Bewohner der Seniorenwohnungen kaum noch. Denn mit der Ruhe ist es vorbei.

Grund dafür: Sie wohnen statt in einem reinen Wohngebiet in einem Mischgebiet und vor sechs Jahren hat gleich hinter ihrem Haus ein Containerdienst die Arbeit aufgenommen. „Anfangs ging es noch mit dem Lärm, aber der Krach wurde immer mehr und jetzt macht er uns krank“, sagen zwei Anwohner. Ihre Namen wollen sie nicht nennen, sagen die 71-Jährigen. Und eine Frau sagt mit Tränen in den Augen, dass sie den ständigen Krach einfach nicht mehr aushalte.

Magenschmerzen und Herzrasen bekomme sie, wenn mal wieder die dröhnenden Hammerschläge über das Gelände wummern. „Manchmal flüchten wir und fahren einfach weg. Dabei ist es doch eigentlich so schön hier“, sagt die Frau.

Indes klagt ein anderer Hauseigentümer darüber, dass zwei seiner Mieter bereits mit Kündigung gedroht hätten, weil es so laut sei. Mitarbeiter aus der Senioren-Residenz-Papillon beschweren sich. „Unsere Gäste und Patienten fühlen sich belästigt.“ Es sei frustrierend für die älteren Menschen. „Es geht ihnen sehr an die Nerven“, hat ein Mitarbeiter des Restaurants beobachtet. Auch ihn störe der Krach. „Aber ich kann nach meinem Dienst nach Hause fahren. Die älteren Leute müssen bleiben.“

Über 50 Unterschriften von verärgerten Anliegern haben sie in den vergangenen Wochen gesammelt. „Manchmal geht es um halb sieben Uhr los“, sagt ein Anwohner mit Blick auf sein Lärmprotokoll. Darin notiert ist auch die Art der Geräusche. „Ohrenbetäubende Schläge auf Bleche, ein über Stunden laufender Kompressor, Schutt wird abgeladen, Schleifen, Radlader, Laster und Gabelstapler fahren auf dem Hof, eine laufende Kreissäge“, all das haben er darin notiert.

Mittlerweile gleiche das Gelände des Unternehmens einem Schrott- und Schuttplatz und neben der Lärmbelästigung klagen die Anwohner über Schmutz.

Trotz des Ärgers betonen sie, dass sie nicht gegen den Betrieb sind oder gar etwas gegen den Inhaber, Michel Grede, haben. „Dieses Gewerbe dürfte aber nicht so nah an einem Wohngebiet sein“, sagt ein älterer Herr. Doch genau das habe aber die Stadt Homberg genehmigt: Bau, Handel und Recycling.

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Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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