Radarfallen-Fotos: Ausreden meist zwecklos

Filme sind Vergangenheit: Ein Mitarbeiter wechselt am fest installierten Blitzgerät in Spangenberg den Chip. Foto: Brückmann/Archiv

Kreisteil Melsungen. „Ich bin das gar nicht auf dem Foto“ – diese Ausrede ist immer wieder mal gern genommen unter Autofahrern, die im Ordnungsbehördenbezirk Melsungen zu schnell gefahren sind. Erfolg haben sie damit nicht.

„Wir können nur dann ein Verwarngeldangebot verschicken, wenn Nummernschild und Fahrer auf dem Foto eindeutig erkennbar sind,“ sagt Roland Schmidt, Leiter des Melsunger Ordnungsbehördenbezirkes. Ist der Fahrer nicht erkennbar, dann sei das Foto nichts wert. Allein das Kennzeichen genüge nicht. Denn es müsse im Zweifelsfall klar ermittelt werden können, wer gefahren sei.

So erhält der Fahrzeughalter zum Beispiel auch kein Verwarngeldangebot, sondern einen Zeugenfragebogen, wenn sich das Geschlecht von Fahrer und Halter unterscheiden. Dort kann angegeben werden, wer tatsächlich gefahren ist. Zwar gelte innerhalb der Familie ein Zeugnisverweigerungsrecht, sagt Schmidt, aber jeder müsse sich überlegen, was er davon habe. Denn eine Verwarnung ist im Gegensatz zu einem Bußgeld mit der Bezahlung erledigt.

Zwei mobile und drei fest installierte Blitzer (siehe Hintergrund) gibt es im Ordnungsbehördenbezirk Melsungen zum dem die sieben Kommunen im Kreisteil Melsungen sowie Edermünde und Niedenstein gehören. Fünf Mitarbeiter, davon zwei in Teilzeit, kümmern sich um die Messungen und die Auswertung.

Zuständig ist der Ordnungsbehördenbezirk nur, wenn die Geschwindigkeitsüberschreitung im Verwarngeldbereich liegt (siehe Hintergrund). Bei höheren Tempoverstößen werden die Daten an die Bußgeldstelle des Regierungspräsidiums in Kassel weitergegeben.

Zahlen im Jahresvergleich

Im Jahr 2010 wurden im Ordnungsbehördenbezirk mit den mobilen Geräten 744 (Vorjahr: 538) Messungen vorgenommen. Es wurden 10204 (7412) Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt, wovon 9899 (7013) im Verwarngeld- und 305 (399) im Bußgeldbereich lagen.

Bei den fest installierten Radargeräten hat es im vergangenen Jahr 6486 (7385) mal geblitzt. 6098-mal (7104) lag die Geschwindigkeitsüberschreitung im Verwarngeld- und 388 (Vorjahr 281) im Bußgeldbereich.

Der Ordnungsbehördenbezirk hat so im vergangenen Jahr 273 520 Euro (Vorjahr: 243 650 Euro) eingenommen.

Das Geld muss laut Schmidt, zweckgebunden verwendet werden. Das heißt: es werden laufenden Kosten gedeckt und aus einem eventuellen Überschuss Rücklagen gebildet, die für Neuanschaffungen verwendet werden.

Quelle: HNA

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