Radio führte zum Glück

Marie und Rudolf Tschuppik feiern Diamantene Hochzeit

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Wie ein Weihnachtsmärchen: Marie und Rudolf Tschuppik lernten sich an Heiligabend vor 52 Jahren kennen. Heute feiern sie Diamantene Hochzeit.

Dörnberg. Es war gut vier Wochen nachdem Rudolf Tschuppik aus dem Sudetenland nach Deutschland gekommen war, als der heute 84-Jährige von seinem ersten Lohn ein Telefunken-Radio kaufte. Dass dieses Radio der Schlüssel zu einem bis heute andauernden Liebesglück sein sollte, das wusste er damals noch nicht.

Wenn er heute mit seiner Frau Marie das Fest der Diamantenen Hochzeit begeht, dann denkt das agile Paar gern an jenen Tag im Dezember 1950 zurück.

Es war der Heilige Abend. Die ebenfalls im Sudetenland geborene Marie lebte schon seit etwa drei Jahren in Deutschland. Mittlerweile als Haushälterin einer Forstwirtschaft bei Fritzlar tätig, war sie zu Weihnachten bei ihrer ersten Arbeitgeberin, einer Bäuerin, in Dörnberg zu Besuch. Die erzählte vom Radio ihres Nachbarn und ging mit ihrer Freundin kurzerhand zum Musikhören ein Haus weiter.

Sie klopfte an die Tür und verschwand, da stand ich nun allein und wartete. Er machte auf, sein wohl größter Fehler überhaupt.

„Sie klopfte an die Tür und verschwand, da stand ich nun allein und wartete“, erinnert sich die Jubilarin. „Er machte auf, sein wohl größter Fehler überhaupt“, sagt sie lachend.

Schon zwei Tage später ließ sich beim gemeinsamen Spaziergang durch Dörnberg ein gewisses Kribbeln nicht mehr leugnen. Sie tauschten ihre Adressen aus. Eine innige Brieffreundschaft folgte, die Besuche häuften sich, bis der junge Arbeiter nicht mehr genug bekommen konnte und seine „Mia“ vor die Wahl stellte: Entweder ganz oder gar nicht! Nun sollte alles ganz schnell gehen: Verlobung im März 1952, Hochzeit am 26. September noch im gleichen Jahr. Sohnemann Konrad kam nur ein knappes halbes Jahr später zur Welt. 1954 folgte Tochter Dagmar, 1956 Tochter Heidi. „Und weil es so schön war, kam zehn Jahre später noch unsere Claudia“, sagt Marie Tschuppik.

An der Schießhecke baute das Paar ein kleines Häuschen für das junge Familienglück. Während Rudolf Tschuppik zunächst als Betriebsschlosser in einem nahegelegenen Steinbruch und später in der Kasseler Müllverbrennungsanlage arbeitete, kümmerte sich seine Frau Marie um die Kinder, ging zudem putzen.

Ihre gemeinsame Leidenschaft war stets das Reisen, Bayern das bevorzugte Ziel. 15 Mal reisten sie in den Bayerischen Wald.

Am Sonntag kommt die ganze Familie, um einige Tage verspätet die Diamantene Hochzeit zu feiern, darunter vier Enkel und ein Urenkel.

Quelle: HNA

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