Haus wird dichtgemacht

Krankenhausbetreiber bestreitet, dass Gebäude zugänglich gewesen sei

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Mögliche Verstrahlung wurde ermittelt: Unser Foto zeigt Mitglieder des Strahlenschutz-Zuges der Feuerwehr mit Michael Semmler, der den verdächtigen Behälter gefunden hatte.

Homberg. Der Schreck steckte Michael Semmler am Dienstag noch in den Knochen. „Ja, ich lebe noch!“ antwortete der 50-Jährige scherzhaft auf die Frage nach seinem Wohlbefinden. Er hatte Ostermontag den verdächtigen Behälter mit der Aufschrift „radioaktiv“ hinter dem ehemaligen Homberger Krankenhaus entdeckt und die Polizei alarmiert.

Am Montagabend war zweimal gemessen worden, ob er sich radioaktiv kontaminiert haben könnte. Es habe aber keine auffälligen Ergebnisse gegeben, berichtete der 50-Jährige.

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Ärgerlich findet Michael Semmler, dass derart problematischen Gegenstände frei umher liegen. Er habe in der Vergangenheit mehrfach festgestellt, dass Türen der früheren Klinik unverschlossen waren, selbst der Haupteingang. Am Montag nach dem verdächtigen Fund sei er einige Schritte ins Haus gegangen und habe gerufen, ob vielleicht jemand da sei. Dass das Gebäude frei zugänglich wäre, bestreitet Dr. Christoph Engelbrecht, Geschäftsführer für die Asklepios-Kliniken im Schwalm-Eder-Kreis. Das Haus sei komplett verriegelt gewesen. Der Vorfall vom Montag sei auf Einbrecher zurückzuführen, sagte Engelbrecht. Die Polizei habe dazu Spuren gefunden. Zusätzlich sollen die Türen jetzt verschraubt und verbarrikadiert werden, damit Unbefugte keinen Zutritt mehr haben. Unabhängig davon sei das ehemalige Krankenhaus komplett ausgeräumt. „Dort ist nichts mehr zu finden, was eine Gefahr bedeuten würde oder von Wert wäre“, sagte der Geschäftsführer. Auch die Röntgengeräte seien längst abgebaut. Warum sich der fragliche Behälter noch in dem ehemaligen Krankenhaus befunden habe, ist für ihn nicht nachvollziehbar. Ein Mitarbeiter werde in den nächsten Tagen aber noch einmal alle Räume kontrollieren.

Die Polizei hat am Ostermontag das ehemalige Klinik-Gebäude komplett durchsucht. Dabei habe man festgestellt, dass eine Seitentür aufgebrochen worden war, heißt es in einer Mitteilung. Offenbar hätten der oder die Täter den Gegenstand mit dem Warnaufkleber zunächst unwissentlich aus dem ehemaligen Krankenhaus geholt und draußen weggeworfen. Es handele sich um einen gelben, zylindrischen Körper, der sich in einer Metallkassette befunden habe. Die Täter hätten wahrscheinlich vermutet, sie hätten eine Geldkassette erbeutet. Fachleute für Strahlenschutz des Regierungspräsidiums hätten nochmals Messungen an dem Behälter vorgenommen. Auch sie hätten keine erhöhten Strahlungswerte festgestellt. Der Behälter sei zur sicheren Verwahrung an die Landessammelstelle der Hessischen Landesanstalt für Umwelt und Geologie übergeben worden. (hro)

Behälter mit Aufschrift "Radioaktives Material" gefunden

Quelle: HNA

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