Der Traum von der Zweirad-Verbindung

Radweg zwischen Körle und Empfershausen wird diskutiert

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Unter der ICE-Brücke bei Empfershausen könnte der Radweg entlang führen: Das ist der Vorschlag von Lothar Walter, Jean-Paul Lenninger-Helms, Kerstin Helms und Ralf Buschbeck (von links).

Körle. Mit dem Fahrrad ganz bequem von Empfershausen nach Körle radeln - davon träumt Ralf Buschbeck, Ortsvorsteher von Empfershausen, schon lange. Und er ist nicht allein: Auch Lothar Walter, Jean-Paul Lenninger-Helms und dessen Frau Kerstin Helms machen sich für einen solchen Radweg stark.

„Die Idee kam eigentlich schon vor 12 Jahren auf“, sagt Buschbeck. Umgesetzt wurde sie nie - aber jetzt gibt es einen neuen Anlauf. Zu einem Treffen kamen vor kurzem die Bürgermeister von Körle und Söhrewald, der ehrenamtliche Radwegebeauftragte des Schwalm-Eder-Kreises sowie Vertreter von Hessen Mobil und Werratal-Touristik zusammen.

Denn bei dem Radweg geht es nicht nur um eine Verbindung zwischen Körle und Empfershausen: „Das wäre ein Lückenschluss im Radwegenetz“, sagt Jean-Paul Lenninger-Helms, begeisterter Radfahrer und wie Ralf Buschbeck ein Unterstützer der Idee.

Wohl keine Fördermittel

Das bestätigt auch Ullrich Horstmann, ehrenamtlicher Radwegebeauftragter des Schwalm-Eder-Kreises. „Das wäre eine wichtige Verbindung zwischen den Radwegen im Schwalm-Eder-Kreis, im Landkreis Kassel und im Werra-Meißner-Kreis“, sagt er. Damit würden sich zwei neue Rundtouren ergeben: So könnte man zum Beispiel von Melsungen über Spangenberg nach Hessisch-Lichtenau radeln.

Ob der Radweg tatsächlich realisiert werden könne, hänge vom politischen Willen in den Kommunen Körle, Hessisch-Lichtenau und Söhrewald ab, meint Horstmann. Denn diese müssten die Kosten für den Radweg vermutlich selbst tragen. Fördermittel vom Land zu bekommen, sei unwahrscheinlich, schätzt Horstmann. „Um auf der Prioritätenliste nach oben zu kommen, muss man bestimmte Kriterien erfüllen - man müsste zum Beispiel auf einen Schlag 100.000 Euro investieren“, erklärt er.

Zudem müsse man den Bedarf nachweisen, das heißt, die Strecke müsse schon jetzt viel von Radfahrern genutzt werden - ohne dass ein Radweg vorhanden sei. Doch die Strecke sei derzeit nicht sehr stark befahren.

„Wir müssen eine bezahlbare Lösung finden“, sagt auch Körles Bürgermeister Mario Gerhold. Dies sei durchaus möglich, erläutert Ullrich Horstmann: „Der größte Teil des Radweges ließe sich auf bereits vorhandenen Forstwegen realisieren.“ Auf diesen müssten dann nur noch noch Schlaglöcher entfernt und ein glatter Belag aufgebracht werden. „Asphaltieren wäre zu teuer“, winkt Horstmann ab, „da kostet ein Kilometer Strecke schon 100 000 Euro.“

Bürgermeister Gerhold gibt zu bedenken: „Wenn der Weg durchs Mülmischtal führen soll, geht das nicht ohne eine kleine Brücke oder einen Steg.“ Hinzu kommt, dass betroffene Grundstückseigentümer überzeugt werden müssen.

Ralf Buschbeck und seine Mitstreiter hoffen jedenfalls, dass ihr Wunsch in Erfüllung geht. „Der Weg wäre auch für Wandertouristen attraktiv“, argumentiert Kerstin Helms. „Und die Gastwirte an der Strecke würden profitieren“, ergänzt Lothar Walter.

Die Beteiligten haben für den 24. Mai ein weiteres Treffen vereinbart. Und in Empfershausen soll es voraussichtlich im April eine Bürgerversammlung zum Thema Radweg geben, kündigte Bürgermeister Gerhold an.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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