Stadtmuseum in Niedenstein öffnet am Samstag erstmals für Besucher – Stehempfang

Rätsel um die Altenburg

Schwarz auf weiß: Elvira Friedrich an einer Informationstafel.

Niedenstein. Von der Altenburg zeugt nicht mal mehr eine Ruine. Bis heute ist es ein Rätsel, warum sie vor mehr als 2000 Jahren zerstört worden ist. Im neuen Museum in Niedenstein erfährt man etwas über die Geschichte der Burg und kann den Nachbau einer 2000 Jahre alten Tür bestaunen. Das Original, das in den Überresten der Altenburg entdeckt wurde, ist sicher in einer Klimakammer im Landesmuseum in Kassel ausgestellt.

Das Altenburg- und Stadtmuseum öffnet erstmals am Samstag, 30. Oktober, ab 14 Uhr. Dort warten zwar keine Exponate der Größenordnung wie in Kassel auf die Besucher, interessante Fakten zur Stadtgeschichte, zur Burganlage und der Vergangenheit der jüdischen Gemeinde gibt es aber dennoch. Zum Beispiel erfährt man, dass die Stadt bis zum Zweiten Weltkrieg nach Grebenau (Vogelsbergkreis) die Stadt mit der zweitgrößten jüdischen Gemeinde in Hessen war – relativ gesehen. Auf die 800 Einwohner kamen immerhin 125 Juden.

Träger des neuen Museums ist der Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatverein. In den vergangenen Jahren hatten acht Niedensteiner in einer Arbeitsgruppe das Museum geplant und die Einrichtung übernommen.

Viel selbst gebaut

„Ohne so engagierte Mitglieder wie Martin Dühsler hätten wir das niemals schaffen können“, sagt Elvira Friedrich, Kulturreferentin des Vereins. Dühsler habe beispielsweise die Altenburg-Tür nachgebaut und viele der Vitrinen angefertigt. Etwa 20 000 Euro hatte der Verein für die Inneneinrichtung und die Ausstellungsstücke zur Verfügung.

Der Umbau des Gebäudes am Obertor 5 hat mehr als 50 000 Euro gekostet. Das Geld stammt von der Stadt und zum Großteil aus dem Programm der Dorferneuerung.

Die wissenschaftliche Begleitung übernahm der Archäologe Dr. Thilo Warnecke aus Kassel, der auch den archäologischen Ecopfad auf der Altenburg betreute.

„Das Niedensteiner Museum unterscheidet sich von den Heimatmuseen in Kirchberg, Metze und Wichdorf“, sagt Erich Sommer. In Niedenstein seien keine Arbeitsgeräte oder Einrichtungen aus den vergangenen Jahrzehnten zu sehen. „Wir haben uns auf andere Schwerpunkte konzentriert: die Altenburg, das Schicksal der Niedensteiner Juden und die Stadtgeschichte“, sagt Horst Eubel.

Zur Eröffnung am Samstag gibt es einen Stehempfang. Die Öffnungszeiten sind immer am ersten Sonntag eines Monats und nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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