Recherche des Heimatkundlichen Archivs in Homberg beantwortete viele Fragen

Rätsel aus dem Geheimfach

Fundstück: Dieser Arbeitszettel wurde im Sekretär entdeckt.

Homberg/Mühlhausen/Wehren. „Lebt in Mühlhausen bei Homberg noch eine Familie Wittich?“ Diese Anfrage erhielt das Heimatkundliche Archiv Homberg kürzlich vom Heimatforscher Eugen Zurholt per Mail. Im Mineral- und Fossilienmuseum von Zurholt in Altenberge im Münsterland stehe nämlich ein alter Sekretär, der verkauft werden soll. Darin entdeckte Zurholt ein Geheimfach, welches voll mit alten Papieren sei. Auf jedem stehe der Name Johannes Wittich aus Mühlhausen und das Datum aus den Jahren 1847 bis 1863.

Eckhard Preuschhof, Leiter des Heimatkundlichen Archivs in Homberg, machte sich auf, um Karl-Heinrich Wittich und seine Mutter in Mühlhausen zu besuchen. Von ihnen erfuhr er, dass es schon seit 1697 Hofbesitzer mit dem Namen „Wittich“ gibt. Und es bestand kein Zweifel daran, dass Johannes Wittich der Ururgroßvater des jetzigen Hofbesitzers ist.

Glück kam zur Hilfe

Doch wie so oft wirft eine Antwort die nächsten Fragen auf: Warum liegen keine Schriftstücke nach 1863 vor? Ist Johannes Wittich zu der Zeit verstorben? „Nein, er starb erst 1892“, so Preuschhofs Rechercheergebnis. Das Glück kam dabei zur Hilfe, denn Zurholt fand in einem Schuber des Sekretärs noch einen Arbeitszettel vom Jahre 1924, ausgestellt auf Konrad Wittich in Wehren bei Fritzlar: „Für Konrad Wittich in Wehren wurde am 21.11.1924 von der Dampfdrescherei Vogtmann & Söhne in Berge insgesamt 9 Stunden gedroschen.“

Und noch eine Frage: Wie kam der Sekretär nach Wehren? Auch darauf fand Preuschhof eine Antwort. Wilhelm, eines der zwölf Kinder von Johannes Wittich, heiratete 1887 auf einen Hof in Wehren ein. „Vermutlich hat er das alte Stück vom Vater bekommen. Der hatte sich neue Möbel, unter anderem einen Sekretär im Biedermeierstil für sein Wohnzimmer angeschafft. Die stehen heute noch da“, erklärt Preuschhof. Also nahm er Kontakt zu den Verwandten der Mühlhäuser Wittichs in Wehren auf.

„Von der 91-jährigen ehemaligen Besitzerin erfuhr ich, dass sie sich noch an diesen alten Sekretär erinnern kann.“ Ihre Eltern nahmen 1946 Vertriebene aus dem Sudetenland auf. „Diesen besitzlosen Menschen haben sie den Sekretär geschenkt. Als die Jahre später nach Bayern umzogen, ist der Sekretär natürlich mitgegangen.“

Über einen holländischen Trödler ist das alte Stück vor etwa 25 Jahren nach Altenberge im Münsterland gelangt. (may)

Quelle: HNA

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