Raiffeisenbank Wolfhagen legte Zahlen für das Geschäftsjahr 2015 vor

Soll Sitz der neuen Raiffeisenbank Hessen Nord werden: das Bankgebäude am Wolfhager Marktplatz. Hier stellte der Vorstand der Raiffeisenbank Wolfhagen die Bilanz für das vergangene Jahr vor. Foto:  Norbert Müller

Wolfhagen. Eine positive Bilanz des Geschäftsjahres 2015 zogen die beiden Vorstände der Raiffeisenbank Wolfhagen eG Eckhard Lenz und Frank Möller.

Was die Mitglieder der Bank besonders freuen wird: Auch für das Geschäftsjahr 2015 wird die Bank wieder eine Dividende in Höhe von 5,6 Prozent auf die Geschäftsguthaben ihrer Mitglieder ausschütten.

Die Bilanzsumme der Bank ist im vergangenen Jahr um 16 Mio. Euro auf jetzt 320 Mio. Euro gestiegen. Deutlich zugelegt haben auch Kundeneinlagen und Kundenkredite. Neue Kredite in Höhe von insgesamt 46 Mio. Euro hat die Raiffeisenbank im vergangenen Jahr gewährt - sowohl an Privatkunden als auch an Unternehmer. Der Kundenkreditbestand hat sich dadurch um zwölf Mio. Euro auf 212 Mio. Euro erhöht.

Die Einlagen der Raiffeisenbank-Kunden stiegen um neun Mio. Euro auf insgesamt 249 Mio. Euro. Einen neuen Spitzenwert hat auch das Kundengesamtvolumen der Bank erreicht. Es beinhaltet die Gesamtheit aller Einlagen und Kredite der Raiffeisenbank Wolfhagen einschließlich der von ihr betreuten Produkte der Verbundpartner wie der Bausparkasse Schwäbisch Hall, der Union Investment und der R+V-Versicherung. Dieser Bereich legte im vergangenen Jahr um 32 Mio. Euro auf insgesamt 643 Mio. Euro zu.

Auf die Ertragslage, so Vorstand Eckhard Lenz, „sind wir richtig stolz“. Das Ergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit der Bank beträgt wie im Vorjahr rund vier Mio. Euro. Mit einer Cost-Income-Ratio (also den Kosten in Cent, die die Bank pro verdientem Euro aufwenden muss) von 58,1 habe die Raiffeisenbank Wolfhagen 2015 einen Spitzenwert unter allen Genossenschaftsbanken erzielt. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 62,1.

Nach Abzug von Steuern sowie der Dividendenausschüttung an ihre Mitglieder in Höhe von 5,6 Prozent ihrer Geschäftsguthaben werde die Wolfhager Bank rund 2,6 Mio. Euro den Rücklagen und damit dem Eigenkapital zuführen.

Zugelegt habe die Wolfhager Bank auch in ihrem sozialen Engagement. Mit insgesamt 80 000 Euro habe man im vergangenen Jahr Vereine sowie kirchliche, soziale und kulturelle Projekte gefördert. Darüber hinaus habe die Raiffeisenbank verstärkt kommunale Einrichtungen wie Kindergärten und Feuerwehren, aber auch Schulen unterstützt.

Nach Auskunft des Vorstandes sind mehr als 20 000 Menschen Kunden der Raiffeisenbank Wolfhagen. 9012 weist die Bilanz für 2015 als Mitglieder der Genossenschaftsbank aus.

s war wohl die letzte gemeinsame Jahresbilanz, die die beiden Vorstände Eckhard Lenz und Frank Möller für die Raiffeisenbank Wolfhagen vorgelegt haben. Wenn die Vertreterversammlungen am 7. April in Calden und am 14. April in Wolfhagen zustimmen, werden beide Banken zur Raiffeisenbank Hessen Nord verschmelzen. Lenz wird sich dann nach fast 47 Jahren bei Raiffeisen in den Ruhestand verabschieden.

Die Fusion sei gut vorbereitet, sagt Frank Möller. „Wir haben eine über dreijährige Verlobungszeit hinter uns und wollen jetzt heiraten“, bringt der Vorstand das Verhältnis der beiden Raiffeisenbanken auf den Punkt. Wolfhagen ist knapp ein Fünftel größer und damit die übernehmende Bank. Aber, sagt Möller, „es ist eine Übernahme auf Augenhöhe“. Die beiden gleichberechtigten Vorstände werden künftig - die Zustimmung der Vertreter zur Fusion vorausgesetzt - Frank Möller (Wolfhagen) und Martin Thöne (Calden) sein. Wie Eckhard Lenz wird auch der bisherige Caldener Vorstand Werner Kolle nach der Fusion in die Altersteilzeit gehen.

Sitz der neuen Raiffeisenbank mit einer Bilanzsumme von fast 600 Millionen Euro wird Wolfhagen sein. Lenz: „Wolfhagen ist die größte Kerngemeinde im gesamten Geschäftsgebiet.“ Alle Filialen sollen erhalten bleiben, es werde kein Personal abgebaut, betont Lenz. Allerdings werden die Personalkosten sinken, schließlich werde es nur noch zwei statt wie zurzeit vier Vorstände geben.

„Wir bleiben eine eigenständige Bank und vergrößern unser Geschäftsgebiet“, sagt Lenz. Man gehe diesen Schritt, „um die Zukunftsfähigkeit zu sichern“. Möller ergänzt: „Wir sind ein vorausschauendes Institut. Wir haben mit der Niedrigzinsphase wie alle zu kämpfen, und auch die Demografie macht uns Sorgen.“ Die zunehmende Digitalisierung sei ebenso ein Thema wie die immer schärfer werdenden gesetzlichen Anforderungen.

„Die Ergebnisse wie von 2015 werden wir so auf Dauer nicht fortschreiben können“, sagt Möller, deswegen habe man sich entschieden, „eine Fusion aus der Stärke heraus“ anzugehen, um sich dann als größere Bank besser den Herausforderungen stellen zu können.

Die Vertreterversammlungen müssen dem Zusammenschluss mit einer Mehrheit von mindestens 75 Prozent zustimmen.

Quelle: HNA

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