Rallye Hessisches Bergland: Rennautos auf dem Prüfstand

Beim Tüv in Melsungen: Oben Uwe Führer prüft das Auto von Nina Becker auf Renntauglichkeit und Sicherheit. Unten diskutieren die Piloten technische Details. Fotos: Haaß 

Melsungen. Im Landkreis waren am Wochenende auffällig viele Rennautos unterwegs. Anlass war die Rallye Hessisches Bergland. Vor dem Start mussten die Fahrer ihre Flitzer durchchecken lassen.

Noch bevor überhaupt auch nur ein Rennwagen bei der Rallye Hessisches Bergland 2014 an den Start durfte, musste es zur technischen Abnahme ins Melsunger Tüv-Center.

Dort standen bereits am Freitagabend jede Menge Autos Schlange. Die Fahrer nutzten die Wartezeit für Fachgespräche und erledigten noch schnell ein paar Handgriffe, ehe sie ihre Autos unter den strengen Augen der Prüfer in einer hell erleuchteten Halle vorführten. Ganz vorne in der Reihe steht am Freitag der Mazda von Nina Becker und Axel Schmidt, während der Technische Kommissar Uwe Führer bewaffnet mit einer Prüfliste und Taschenlampe jeden Winkel des Fahrzeugs akribisch begutachtet.

Bis auf eine Kleinigkeit ist der hauptberufliche Tüv-Prüfer aus Thüringen mit dem Rennauto der jungen Fahrerin vom Motorsportclub Emstal zufrieden, aber noch muss die Fahrgestellnummer mit den Listen verglichen werden - leider gestaltet sich das bei dem für den Motorsport optimierten Wagen etwas komplizierter und Prüfer und Fahrerin müssen gemeinsam das Innere des engen Sportwagens nach der ominösen Nummer durchsuchen.

127 Fahrzeuge

Zusammen mit seinem Team kontrolliert der Technische Kommissar aus Wurtha bei Eisenach alle 127 gemeldeten Fahrzeuge auf ihre Renntauglichkeit und ist Garant für gleiche Wettbewerbsbedingungen.

„Die technische Abnahme ist im Grunde so etwas wie die TÜV-Untersuchung bei normalen Pkw. Nur wer von uns einen Aufkleber bekommt, darf am Rennen teilnehmen“, erklärt Führer.

Auf der Piste: Klaus und Marcel Pfeffer vom ASC Melsungen/MSC Homberg mit einem BMW in Großropperhausen. Foto: Kasiewicz

Kontrolliert werden die regelkonforme Ausstattung des Fahrzeugs, Sicherheitseinrichtungen und auch die Rennkleidung von Fahrer und Beifahrer. „Alle Teilnehmer müssen bei der Rallye hier in Melsungen feuerfeste Kleidung und natürlich Helm tragen,“ betont der Thüringer.

„Nur wer von uns einen Aufkleber bekommt, darf am Rennen teilnehmen.“

„Sicherheit hat im Rennsport unbedingten Vorrang. Sollte es durch einen technischen Fehler zu einem Unfall mit Personenschaden kommen, haben wir uns für etwaige Prüfmängel zu verantworten“, ist sich der Thüringer bewusst.

Für Nina Becker nimmt die technische Abnahme nach intensiver Suche ein glückliches Ende. Die fehlende Fahrgestellnummer findet sich beim Beifahrer versteckt unter dem Feuerlöscher.

Zufrieden mit dem Ergebnis fährt sie langsam aus der Halle. Die erste Hürde ist genommen und einer erfolgreichen Rallye steht nichts mehr im Weg. Prüfer Uwe Führer grüßt die ausfahrende Schauenburgerin noch einmal, während er schon das nächste Auto zum Prüfstand winkt.

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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