Brandschützer waren in der türkisch-islamischen Gemeinschaft Gensungen zu Gast

Rasche Hilfe über die 112

Einsatz mit dem Feuerlöscher: Unter der Anleitung von Aysel Özedir und Dieter Ide bekämpfte Melike Haspolat das Feuer.

Gensungen. Wie man korrekt einen Notruf absetzt und wie man einen Feuerlöscher effektiv einsetzt, waren nur einige der wichtigen Punkte bei der Beratung durch die Brandschutzaufklärer im türkisch-islamischen Kulturzentrum Eyup Sultan Camii in Gensungen.

Wie Dieter Ide, Brandverhütungsbeauftragter beim Schwalm-Eder-Kreis, sagte, können vor allem mangelnde Brandschutzaufklärung und wenig Deutschkenntnisse zu lebensbedrohlichen Situationen werden. Vor allem die Älteren beherrschen die deutsche Sprache kaum. Wenn dann noch die Aufregung in einer Notsituation hinzukommt, könne dies zu einem lebensbedrohlichen Zeitverlust führen, sagte Ide.

Dazu informierten Brandschutzaufklärer über die Strukturen der deutschen Feuerwehren, das Installieren von Rauchwarnmeldern, die bis Ende 2014 in allen privaten Bereichen Pflicht werden sowie über die fünf wichtigen W bei der Alarmierung (siehe Hintergrund).

Unterstützung erhielt Ide von der Homberger Feuerwehrfrau Aysel Özdemir. Die angehende Kreisausbilderin ist Integrationsbeauftragte der Hessischen Jugendfeuerwehr, spricht fließend türkisch und deutsch und ist somit bei der Ausbildung eine große Hilfe. Die dritte Kraft im Info-Trio ist Vilda Derya. Die geborene Türkin lebt seit 1973 in Deutschland und ist seit vielen Jahren Mitarbeiterin beim Brandschutzamt des Kreises. Die beiden Frauen übersetzten das, was Ide sagte und waren dadurch ein wichtiges Bindeglied zwischen der Feuerwehr und der türkisch-islamischen Gemeinschaft.

Wie schwierig es ist, einen Notruf so abzusetzen, dass die Disponenten bei der Leitstelle damit auch etwas anfangen und die Rettungskräfte losschicken können, merkten die Frauen, als sie plötzlich nach Absprache mit der Leitstelle einen Notruf absetzten.

Im Anschluss an den theoretischen Teil ging es im Hof mit einer praktischen Übung weiter. Hier wurde gezeigt und probiert, wie ein Feuerlöscher bedient wird.

Nach Borken und Schwalmstadt war es in Gensungen die dritte Info-Veranstaltung der Brandschutzaufklärer. Kontakt: Dieter Ide, Brandverhütungsbeauftragter beim Amt für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen, Tel. 0 56 81/ 77 55 04.

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

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